Das neuzeitliche Köln

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Altstadtufer Köln A438-47--h.jpg

Köln-Deutz/rechtsrheinisch = „Schäl Sick“ (schielende/falsche Seite)
U-Bahn-Eingang Breslauer Platz/Hbf
LANXESS arena, ehemals Kölnarena

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

Historisch und kulturell umfasst die Stadtgeschichte der Rheinmetropole Köln - grob gegliedert - drei Epochen:

Das römische Köln
um 19 v. Chr. − um 455 n. Chr.

ab 50 n. Chr.: Status einer Colonia
(Stadt römischen Rechts)

ab um 90 n. Chr.: römische Provinzhauptstadt

zeitweise Kaiserresidenz

Das mittelalterliche Köln
um 455 − um 1500

um 460 - 8. Jhdt.: Residenzstadt der Franken

bis 1288: Residenzstadt des Kurfürstentum Köln

ab 1288 de facto und
ab 1475 de jure Freie Reichsstadt

Das neuzeitliche Köln - Köln heute
nach um 1500

1794 - 1814 Stadt mit französischer Besatzung

1815 - 1918 preußische Festungsstadt

ab 1918 republikanische Stadt

aktuell größte Stadt in NRW und viertgrößte in der Bundesrepublik Deutschland

Aus der römischen Bezeichnung Colonia Claudia Ara Agrippinensium (abgekürzt: CCAA) - bis 50 n. Chr. hieß die Stadt Oppidum Ubiorum - entwickelten sich im Mittelalter die Bezeichnungen Coellen und Coeln (am Rhein) bzw. lateinisch Colonia Agrippina sowie in der jüngeren Neuzeit Cöln und ab 1919 der heutige Name Köln (mundartlich: Kölle).

Entwicklung zur modernen Großstadt

Altstadt von Deutz gesehen

Nach den glanzvollen Epochen des römischen Köln (siehe Das römische Köln) und des mittelalterlichen Köln (siehe Das mittelalterliche Köln) sowie nach dem wirtschaftlichen Niedergang Ende des 17. und im 18. Jahrhunderts erlebte Köln im Zuge der industriellen Revolution einen immensen Aufschwung. Die Rheinmetropole Köln entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert zu einer modernen Großstadt und mittels diverser Stadterweiterungen und Eingemeindungen zur Millionenstadt. Die Region profitiert dabei wie schon im Mittelalter von der äußerst verkehrsgünstigen und zentralen Lage in Europa.

Die neuzeitliche Epoche Kölns lässt sich hinsichtlich ihrer politischen Entwicklung aufteilen in die Perioden:

  • Frühe Neuzeit in Köln um 1500 - 1794 (Köln als Stadt zwischen Mittelalter und Neuzeit mit Herrschaft der Bürger),
  • Köln zur Franzosenzeit 1794 - 1815,
  • Preußisches Köln 1815 - 1918,
  • Republikanisches Köln ab 1918 mit dem Übergang in das heutige Köln.

Im 13. Jahrhundert wurden nicht nur der historische Stadtkern sondern auch die vordem davor liegenden Klöster und Stiftskirchen und ihre Umgebung mit der mittelalterlichen Stadtmauer umschlossen. Die Mauer (entlang der heutigen Ringstraße) bildete bis ins 19. Jahrhundert die Grenze des Kölner Stadtgebietes. Die heutige Millionenstadt Köln (2011: 1.013.700 Einwohner) besteht aus 9 Stadtbezirken mit jeweils mehreren Stadtteilen (insgesamt 86): zentraler Stadtbezirk Innenstadt sowie Stadtbezirke Chorweiler, Nippes, Ehrenfeld, Lindenthal und Rodenkirchen linksrheinisch und Stadtbezirke Mülheim, Kalk und Porz rechtsrheinisch. Der zentrale Stadtbezirk Innenstadt umfasst mehr als das Gebiet innerhalb der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer. Zum Stadtbezirk Innenstadt gehören die Stadtteile Altstadt/Nord und Altstadt/Süd (also der mittelalterlicher Stadtkern) und Neustadt/Nord und Neustadt/Süd linksrheinisch sowie Deutz rechtsrheinisch mit einer Gesamtfläche von 16,4 qkm und ca. 127.000 Einwohner.

Ungeachtet dieser amtlichen Einteilung gibt es in den Kölner Stadtteilen etliche sog. "Veedel" (Stadtviertel), die ein jeweiliges bestimmtes Lebensumfeld darstellen und für das Alltagsleben der Kölner eine große Rolle spielen. Solche kölsche Veedel sind u. a. im Stadtteil Altstadt Eigelsteinveedel, Friesenveedel, Severinsveedel und Rheinauhafen sowie im Stadtteil Neustadt Agnesveedel, Belgisches Veedel, Kwartier Latäng (Studentenviertel) und Mediapark. Im heutigen Kölner Sprachgebrauch wird unter "Altstadt" zumeist das stark touristisch geprägte Vergnügungsviertel zwischen Alter Markt / Heumarkt, Martinsviertel und Rhein innerhalb des amtlichen Stadtteils Altstadt verstanden. Weiteres lebendige kölsche Veedel sind Nippes im Kern des Stadtbezirks Nippes), Alt-Ehrenfeld (im Kern des Stadtbezirks Ehrenfeld), Sülz/Klettenberg (im Stadtbezirk Lindenthal) und Mülheim (im Kern des Stadtbezirks Mülheim).

Köln wird von seinen Bewohnern und den vielen Besuchern geschätzt wegen der vielfältigen Kultur-Szene seinen zahlreichen und bedeutenden kulturellen Einrichtungen. Sie ist Stadt zum Ausgehen, Feiern und Einkaufen und bunte multikulturelle Stadt mit überwiegend aufgeschlossenen begeisterungsfähigen Menschen. Sie bietet viele Veranstaltungen, beispielsweise in der Kölner Philharmonie, im Kölner Opernhaus, im Kölner Schauspielhaus, in der riesigen Kölnarena (jetzt leider Lanxess-Arena genannt), im Kölner Stadion und in der Musical-Stätte am Dom ("blaues Zelt"). Die provisorische Musical-Stätte dient seit Frühjahr 2012 vorübergehend auch als Opernhaus-Ersatzspielstätte und soll danach einen Nachfolger voraussichtlich im Rechtsrheinischen erhalten. Die breitgefächerte Kneipen-Kultur mit zahlreichen Brauhäusern in der Innenstadt und den unzähligen Veedel-Kneipen ist der Treffpunkt der Kölner mit seiner ausgeprägten Geselligkeit.

Köln ist heute:

  • eine geschichtsträchtige Stadt mit einer über 2000-jährigen Geschichte, dokumentiert u. a. durch Denkmäler der Festungsbauwerke aus 2000 Jahren (Römische Stadtmauer aus dem 1. Jhdt., Mittelalterliche Stadtmauer ab Ende 12. Jhdt. und Preußische Festungsringe aus dem 19. Jhdt.),
  • eine Kulturmetropole und Kunststadt mit zahlreichen zum Teil hochrangigen Kölner Museen, mit vielen Denkmälern, mit einer bunten Musik- und Theater-Szene (mit der Kölner Philharmonie, der Kölner Oper, unzähligen Musikgruppen und einer breiten privaten Theater-Szene) sowie mit der Kultur - weil image- und tourismusfördernd - auch als äußerst wichtigem Wirtschaftsfaktor,
  • ein bedeutendes Verkehrskreuz - das "Verkehrskreuz des Westens" - in den deutschen und europäischen Verkehrsströmen auf der Straße, den Schienen und dem Rhein (siehe Ziffer 5),
  • ein europäisches Logistikzentrum mit dem riesigen Container-Umschlagbahnhof (Schiene/Straße) Köln-Eifeltor (mit 380.000 Ladeeinheiten zusammen mit Hamburg-Billwerder - demnächst 400.000 Ladeeinheiten - einer der zwei größten deutschen Umschlagbahnhöfe) und mit dem Rangierbahnhof Köln-Gremberghoven (einer der größten Rangierbahnhöfe in Deutschland) sowie ab 2017 mit einem neuen bundesweiten Instandhaltungswerk der Deutschen Bundesbahn für Hochgeschwindigkeitszüge in Köln-Nippes,
  • eine Messestadt mit einem internationalen Messestandort (siehe unten),
  • eine Handelsmetropole - eine Stellung, die schon im frühen Mittelalter begründet wurde - mit einer Reihe von klangvollen Namen im Kölner Raum und mit u. a. dem Sitz zweier großen Handelsunternehmen (siehe unten) sowie dem Platz 1 in Deutschland bezüglich der Ansiedlung von Institutionen des Handels (des Außenhandels, über 20 des Großhandels und über 25 des Einzelhandels)
    • REWE Group, die Nr. 10 der weltgrößten Handelsunternehmen und
    • GALERIA Kaufhof GmbH, einer der führenden Warenhausbetreiber Europas und - noch - Teil des Metro-Konzerns,
  • ein bedeutender Industrie-Standort mit einem der wichtigsten Fahrzeug- und Motorenbau-Standorte Deutschlands (siehe auch unter Autostadt Köln), einer der größten europäischen Chemie-Standorte mit einem regionalen Chemiegürtel um Köln mit ca. 230 Chemie-Unternehmen und 65.000 Beschäftigten in der Region (seit September 2013 auch mit dem Firmensitz des großen Chemiekonzerns Lanxess, einer Abspaltung aus dem Bayer-Konzern) sowie einer ausgeprägten Maschinenbau- und Elektrotechnik-Industrie (über 130/110 Unternehmen),
  • ein Wirtschaftszentrum (mit über 40 Unternehmenszentralen) und u. a. Sitz von ca. 200 chinesischen Handels- und Wirtschaftsunternehmen und damit drittgrößtes chinesisches Wirtschaftszentrum Deutschlands,
  • ein bedeutendes Zentrum der Kredit/Versicherungs-Branchen (die Versicherungs-Stadt Köln liegt mit mit 60 Versicherungs-Unternehmen nach Anzahl der Beschäftigten auf Platz 2 knapp hinter München und ist Hauptsitz von 12 Versicherungsunternehmen - u. a. von Axa, DEVK und seit Juni 2009 AMB Generali -),
  • ein Zentrum des Dienstleistungs-Gewerbes (mit neben den schon erwähnten Medien-Dienstleistern u. a. mit - noch - dem Sitz der Hauptverwaltung der Deutschen Lufthansa und dem Sitz der LH-Tochter Germanwings) sowie ein Zentrum der Informations- und Kommunikationstechnologie (die Region Köln gehört zu den 4 größten dieser Branche in Deutschland), das mit der Ansiedlung der NRW-Niederlassung von Microsoft am Rheinauhafen im September 2008 eine weitere Aufwertung mit einer großen Sogwirkung erhalten hat und demnächst mit dem TK-Dienstleister Detecon nach dessen Umzug von Bonn nach Köln ergänzt werden wird,
  • ein bedeutendes Luft- und Raumfahrt-Kompetenz-Zentrum (siehe unten),
  • eine Einkaufsmetropole und zunehmend eine Stadt zum Feiern (und das nicht nur in den närrischen Tagen in der Karnevalshochburg Köln),

und darüber hinaus auch

  • zunehmend ein internationales Tourismus-Ziel und eine der Touristenattraktionen in Deutschland mit starken Zuwachsraten, wodurch der Tourismus einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt geworden ist (TOP-10-Reiseziele in Deutschland/Travellers Choice 2013 - Quelle: tripadvisor, die große Web-Reiseseite/Dez. 2013 -: 1. Berlin, 2. München, 3. Hamburg, 4. Frankfurt, 5. Köln, ... ; Übernachtungen 2011 - Quelle: Kölner Stadtanzeiger 25.02.12 -: Köln + 8,6%, Bundesdurchschnitt: + 4 %),
  • eine Sportstadt mit u. a. den beiden von den Kölner "heiß geliebten" großen Clubs 1. FC Köln (Fußball) und Kölner EC - Kölner Haie (Eishockey),

Laut einer Studie für das Handelsblatt (Sept. 2009) gehört Köln mit Hamburg, Berlin, München und Frankfurt zu den 5 Städten mit den besten wirtschaftlichen Entwicklungschancen in den nächsten 5 bis 10 Jahren.

Bezüglich der Handels- und Einkaufsmetropole Köln ist zu erwähnen, dass - für Besucher und Kölner gleichermaßen ideal - sich in der Innenstadt/Altstadt

Fußgängerzone Zeppelinstraße
Haupteinkaufsstraße Schildergasse

unmittelbar nebeneinander befinden ... also für jeden etwas. Der Alter Markt und der Heumarkt lagen im frührömischen Köln noch im Gebiet eines Rheinnebenarms. Nach dessen Verlandung und im Mittelalter wurden es große Marktplätze. Heute gehören diese Plätze zur lebhaften Altstadt-Szene und werden auch u. a. für die Kölner Weihnachtsmärkte, für den jährlichen Weinmarkt und für Karnevalsveranstaltungen (11.11. und Weiberfastnacht) genutzt.

Hinweis: Die Schildergasse war gemäß Zählungen der Passanten pro Stunde in den letzten Jahren - mit ganz wenigen Ausnahme - stets die Einkaufsmeile Nr. 1 in Deutschland; so belegte sie z. B. 2007 Platz 1 vor der Kaufingerstraße in München und der Zeil in Frankfurt. 2008 stand die Kölner Schildergasse bei einer Zählung der Passantenfrequenz in 74 europäischen Einkaufsstraßen sogar auf Platz 1 in Europa (mit ca. 17.200 Passanten/Std.) vor der Oxford Street West in London (ca. 16.100) und der Mönckebergstraße in Hamburg (ca. 15.500). Auch 2011 war die Schildergasse mit ihrem Sortiments- und Geschäfte-Mix wieder auf Platz 1 in Deutschland. 2013 hingegen führt die Kaufingerstraße München vor der Schildergasse Köln, der Zeil Frankfurt und der Hohe Straße Köln. 2014 lautet die Reihenfolge: 1 Schildergasse Köln, 2. Hohe Str. Köln, 3 Königstraße Stuttgart.

In der langen Geschichte Kölns entwickelte sich der Name der Stadt weiter. Die Römer nannten das um 19. v. Chr. gegründete Oppidum Ubiorum mit der Verleihung des Status einer Stadt römischen Rechts 50 n. Chr. fortan Colonia Claudia Ara Agrippinensium (abgekürzt: CCAA) und später offenbar nur noch Agrippina. Die nachfolgenden Franken nannten sie wohl schlicht Colonia. Hieraus entwickelten sich im Mittelalter die Bezeichnungen Coellen und Coeln (am Rhein) bzw. lateinisch Colonia Agrippina sowie in der Neuzeit ''Cöln'' und ab 1919 der heutige Name Köln (mundartlich: Kölle).

Bei all diesen vielen positiven Merkmalen soll aber nicht verschwiegen werden, dass in Köln auch so manches zu bemängeln ist. So wird u. a. oftmals beklagt, dass

  • beim Wiederaufbau nach dem Krieg in Köln die Stadtarchitektur an manchen Stellen nicht so gut gelungen - und zum Teil chaotisch - ist,
  • Köln vielfach als schmuddelig bis schmutzig beurteilt wird, wobei bezüglich der Straßenreinigung inzwischen deutliche Fortschritte zu erkennen sind (z. B. mit der nunmehr ständigen Reinigung der Domtreppe am "Eingang Kölns"), hingegen aber die Stadtverwaltung wenige Schritte weiter seit Jahren eine Eisenbahn-Unterführung zwischen Dom und Rhein (Trankgasse) offenbar als Schmuddelecke sondergleichen hinnimmt),
  • historische Denkmäler zum Teil unangemessen gepflegt und präsentiert werden, wie beispielhaft die Festungsbauwerke der Kölner Epochen (Römische Stadtmauer, Mittelalterliche Stadtmauer und Preußische Festungsringe),
  • die Stadtverwaltung mit der unvergleichlichen 2000-jährigen Historie Kölns oftmals nachlässig und lieblos umgeht, gute Projekt-Ideen (wie die Via Sacra als inszenierter Besuchsweg für das Ensemble der 12 Romanischen Kirchen und die Via Culturalis als inszenierte Kulturmeile in der Innenstadt) offenbar in den Akten vergammeln lässt und Anregungen für historisch geprägte Rundgänge, wie es sie in vergleichbaren Städten gibt, nicht aufgreift,
  • sich die Beseitigung von zentralen und bedeutsamen Mängeln oftmals unendlich hinzieht wie beispielhaft die seit vielen Jahren überfällige Ausbesserung der erheblichen Schäden an der künstlerisch gestalteten Bepflasterung des Heinrich-Böll-Platzes am Museum Ludwig/KölnerPhilharmonie (also in einer Filetlage Kölns) und die ebenfalls schon seit vielen Jahren geplante Erweiterung des an großem Raummangel leidenden Wallraf-Richartz-Museum.


Luft- und Raumfahrt-Standort und -Kompetenz-Zentrum Köln

Seit Ende 2004 ist Köln (mit Standort in Köln-Deutz, ab 2016 Standort im Zentrum im ehemaligen Gebäude der Bahndirektion am linksrheinischen Konrad-Adenauer-Ufer) Sitz der "Europäischen Agentur für Flugsicherheit" (EASA) - eine der EU-Fachagenturen -. Mit der Ansiedlung der EASA ging der Ausbau Kölns zu einem Kompetenz-Zentrum der Luft- und Raumfahrt weiter. Schon zuvor in Köln-Porz/Wahn angesiedelt wurden das "Europäische Astronautenzentrum" (EAC) der "Europäischen Weltraum-Agentur" (ESA) und das "Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt" (DLR) - Hauptverwaltung -. Übrigens ist in Köln-Deutz auch - noch - die Hauptverwaltung der Deutschen Lufthansa angesiedelt.

EASA: Die "Europäischen Agentur für Flugsicherheit" (European Aviation Safety Agency/EASA) (mit über 500 Mitarbeitern aus den 28 EU-Staaten) ist eine Art TÜV für die Sicherheit des zivilen Flugverkehrs in Europa. Zu ihren Aufgaben gehört, einheitliche Sicherheits- und Umweltstandards auf EU-Ebene zu erstellen und zu überwachen.

ESA/EAC: Aufgaben der "Europäischen Weltraum-Agentur" (European Space Agency/ESA) mit Hauptsitz Paris: "Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist Europas Tor zum Weltraum. Sie soll die Entwicklung der europäischen Raumfahrt koordinieren und fördern - natürlich sicherstellen, dass die diesbezüglichen Investitionen allen Europäern dauerhaften Nutzen bringen." (Zitat von der ESA-Internetseite)

Aufgaben des "Europäischen Astronautenzentrums" (EAC): "Das Europäische Astronautenzentrum (EAC) ist ein Kompetenzzentrum zur Auswahl, Ausbildung, medizinischen Betreuung und Überwachung von Astronauten. Zudem betreut es Astronauten und deren Angehörige während der Vorbereitung und Durchführung der Weltraummissionen." (Zitat von der EAC-Internetseite)

Das EAC schult die Astronauten und das Bodenpersonal für sämtliche europäischen Komponenten der internationalen Raumstationen. Am 28.05.2014 ist der in Köln wohnhafte und in Köln ausgebildete Astronaut und Geophysiker Alexander Gerst mit dem russischen Raumschiff Sojus TMA-13M zur internationalen Raumstation ISS geflogen und ist damit als 11. Deutscher im Weltraum. In der fußballfeldgroßen Raumstation, die in jeweils ca. 90 Minuten die Erde umkreist, arbeiten insges. 6 Astronauten als Wissenschaftler in mehreren internationalen Weltraum-Labormodulen. Der Start der Sojus ist bei einer öffentlichen Veranstaltung am Abend deutscher Zeit des 28.05.2014 auf dem Kölner Alter Markt verfolgt und gefeiert worden. Ein kleiner Stein vom Kölner Dom ist mit auf dieser großen Reise. Alexander Gerst wird etwa 6 Monate in der Weltraumstation verbringen.

DLR: Aufgaben des "Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt" (DLR) : "Das DLR ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden." (Zitat von der DLR-Internetseite)

Zitat Andreas Schütz, (DLR) im am 10.01.2013: "... Ich weiß nicht, ob Ihnen das klar ist, aber Köln ist das deutsche Houston" (= USA-Raumfahrtzentrum). ..." Jedenfalls ist Köln einer der wichtigsten Standorte für die bemannte Raumfahrt weltweit. So trafen sich im Juli 2013 mehr als 80 Astronauten aus aller Welt zu dem 26. Planetary Congress in Köln. 2013 gab es im Wissenschaftstandort Köln ein Themenjahr "Luft- und Raumfahrt".

Politische Entwicklung

Frühe Neuzeit in Köln um 1500 - 1794

- Köln als Stadt zwischen Mittelalter und Neuzeit mit Herrschaft der Bürger -

In der frühen Neuzeit nach 1500 blieben in Köln die mittelalterlichen Strukturen weitgehendst erhalten (siehe unter "Das Mittelalterliches Köln"). Der Grund hierfür könnte sein, dass die die nie eingenommene und wohl uneinnehmbare große Stadtmauer die Kölner einerseits abgesichert hat, andererseits aber auch vor neueren Entwicklungen abgeschottet haben könnte. Ein weiterer Grund könnte der vorübergehende wirtschaftliche Niedergang und Verfall der Reichsstadt Ende 17. und im 18. Jhdt. sein. Der Abschied vom Mittelalter dauerte im "heiligen Köln" jedenfalls länger als anderswo und war im Grunde genommen erst 1794 mit Einzug der Franzosen zu Ende.

Köln zur Franzosenzeit 1794 - 1815

1794 wurde Köln kampflos von den französischen Truppen Napoleons eingenommen und verlor damit seinen formal seit 1475 im mittelalterlichen Köln bestehenden Status als Freie Reichsstadt. Die Franzosen besetzten das linksrheinische Gebiet des Rheinlandes und damit auch die Stadt Köln, wobei zu beachten ist, dass die heutigen rechtsrheinischen Gebiete Kölns erst ab 1888 mit den neuzeitlichen Stadterweiterungen eingemeindet wurden (siehe Kapitel 6). Das Mittelalter war nun auch in Köln endgültig beendet. 1801 wurde nach einem Verzicht des deutschen Kaisers (Frieden von Lunéville am 09.02.1801 nach einer Niederlage gegen Frankreich/Napoleon) das Rheinland (mit Köln, Aachen, Bonn und Mainz) und damit auch die vormalige Freie Reichsstadt Köln in den französischen Staatenverbund überführt. Die Kölner wurden französische Staatsbürger. Die 1388 gegründete Universität Köln wurde 1798 geschlossen (und erst 1919 wieder eröffnet).

Das Erzbistum Köln und das Kurfürstentum Köln wurden aufgelöst. Köln war ab 1801 kein Bischofssitz mehr. Der linksrheinische Teil des Kurfürstentums wurde 1801 in ein französisches Department eingegliedert. Der rechtsrheinische Teil des Kurfürstentums wurde 1803 mittels eines letzten Gesetzes des Römisch-deutschen Kaiserreiches, das 1806 mit dem Rücktritt des Kaisers Franz II. beendet wurde, als Gebietsausgleich an zwei Herzogtümer und eine Grafschaft verteilt. Den berühmten Kölner Domschatz (mit u. a. dem Schrein der Heiligen Drei Könige) konnte der verjagte Erzbischof noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Viele Schätze (wie Gemälde) aus den Kirchen hingegen sind für Köln verloren gegangen. Verkaufte Gemälde vor allem der berühmten mittelalterlichen Kölner Malerschule (Altkölner Malerei) findet man zwar auch noch in großer Zahl in der Mittelalterabteilung des Wallraf-Richartz-Museum, aber eben auch z. B. in der Alten Pinakothek in München und im Städel-Museum in Frankfurt (mit Hinweisen auf die Kölner Kirchen, aus denen sie stammen).

Die Rheinländer haben die Besatzer wohl überwiegend wohlwollend empfangen, die ja Errungenschaften der französischen Revolution (1789 - 1799/1804) mitbrachten (Umsetzung der Menschenrechte/"Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit"). Die Franzosen veranlassten einige wichtige Änderungen der Struktur und des täglichen Lebens in Köln. Der Adel und die feudalen Machtstrukturen wurden abgeschafft. Die Rechts- und Wirtschaftssysteme sowie die staatliche Verwaltung wurden modernisiert. Von Beginn an wurde eine Organisation nach französischem Vorbild inklusive der Einführung des Code Civil (Code Napoléon) von 1804 (französisches bürgerliches Recht) mit der Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz, einer unabhängigen Justiz und dem allgemeinem Wahlrecht übernommen. Ferner wurde die Glaubensfreiheit, die es vordem für Protestanten und Juden nicht gab, eingeführt. 1802 wurde die französische Verfassung übernommen. Mit der Säkularisation (= Aufhebung kirchlicher Organisationen und Verstaatlichung des kirchliches Besitzes) in 1802 wurden alle katholische Klöster und Stifte aufgehoben und deren Besitztümer in Staatseigentum überführt und größtenteils an die Bürger verkauft. Die zu Klöstern/Stiften gehörenden Pfarrkirchen wurden ab 1802 im Zuge der Säkularisation durch die Franzosen ebenfalls aufgehoben und abgerissen (außer Pfarrkirche St. Peter neben St. Cäcilien), wobei ein Teil der Zerstörungen erst in der nachfolgenden preußischen Zeit erfolgte. Die architektonisch wertvolleren vormaligen Kloster-/Stiftskirchen (und damit 11 der heutigen 12 großen Romanischen Kirchen) wurden in Pfarrkirchen umgewandelt. Eine der Änderungen in der Franzosenzeit war 1804 mittels Napoleons "Décret sur les sépultures" die Aufhebung der Bestattung der Toten in ihren Pfarrgebieten auf kirchlichen Friedhöfen. Dies führte 1810 zur Einrichtung des heute wegen seiner vielen Grabdenkmäler berühmten Zentralfriedhofs Melaten auf dem Gelände des mittelalterlichen Leprosenasyls außerhalb des damaligen Stadtgebiets (im heutigen Stadtteil Köln-Braunsfeld). Daneben gab es einige weitere Neuerungen - aus heutigem Verständnis Selbstverständlichkeiten - wie Einführung einer Müllabfuhr, staatliche Trauungen und Einführung des Scheidungsrechts, Einführung neuer Maßeinheiten wie Meter, Liter und Kilogramm, aber auch die Wehrpflicht für die französische Armee.

1814 zogen die Preußen in Köln ein. Die Franzosenherrschaft war beendet. Viele Änderungen dieser kurzen Epoche waren von den Kölner angenommen worden und wurden in die Preußenzeit hinein "gerettet". Und einige der Vokabeln aus dieser Zeit sind noch heute im kölschen Dialekt enthalten (wie "et Malörche").

Preußisches Köln 1815 - 1918

Nach dem Endes des ersten deutschen Reiches ("Heiliges römisches Reich deutscher Nation") wurde Köln (in Preußen bis 1919 noch offiziell Cöln geschrieben) mit dem Rheinland auf dem Wiener Kongress (1815) dem Königreich Preußen zugeteilt. Das Gebiet des früheren Kurfüstentums gehörte nun zu Preußen. Die preußischen Gesetze wurden eingeführt. Preußen gehörte bis 1866 zum Deutschen Bund, einem lockeren Zusammenschluss von Einzelstaaten in Nachfolge des vorherigen Reiches, und ab 1871 zum neuen Deutschen Kaiserreich. Die Stadt wurde von den Preußen zur stärksten Festungsstadt ausgebaut und war neben Berlin wichtigste - wenn auch in der Hauptstadt wohl nicht beliebte - Stadt Preußens. Auch in Köln war bei der Eingliederung der vormaligen Freien Reichsstadt in das Königreich Preußen der Jubel eher verhalten. Die aus ihrer Tradition her eher bürgerlich-freiheitlich und liberal geprägten Rheinländer konnten mit dem konservativen preußischen Adel wenig anfangen. 1821 wurde das Erzbistum Köln - nun als rein kirchliche Organisation und nicht mehr in der vormaligen kirchlich-weltlichen Doppelfunktion - neu gegründet. Mit dem Sitz des bedeutenden Erzbistum Köln war die nunmehr "unfreiwillig" preußisch gewordene Rheinmetropole nicht nur eine wichtiger Gegenpol zur Hauptstadt Berlin, sondern auch Zentrum der deutschen katholischen Kirche. Der evangelisch geprägte preußische Staat benachteiligte zumindest anfangs die Katholiken, obwohl im Rheinland die ganz überwiegende Mehrheit der Bürger katholisch war.

Nach 1815 setzte ein Aufschwung mit der Bebauung bisheriger Freiflächen ein. Nach dem - aus heutiger Sicht höchst bedauerlichen - Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer 1881 begann die Erweiterung der Stadt mit der Bebauung der sogenannten Neustadt außerhalb der Ringstraße (= Trasse der ehemaligen Stadtmauer), die ab Ende des 19. Jhdt. mit Eingemeindungen umliegender Gemeinden bis 1975 fortgesetzt wurde. Mit der Bebauung der Neustadt begann die erste baumäßige Wachstumsphase der neuzeitlichen Stadt. Ein ganz wichtiges Ereignis für Köln war der Weiterbau des Kölner Dom ab 1842. Dies führte nicht nur zu positiven Auswirkungen auf das Bauwesen und das Handwerk, sondern war für Köln auch ein hochemotionales Ereignis. Ferner stärkte es den Bürgersinn, weil die Bürger über den 1842 gegründeten Zentral-Dombau-Verein zu Köln über 60 % der Baukosten beisteuerten. Der Festgottesdienst für die Einweihung des Kölner Doms am 15. Oktober 1880 fand im Beisein des preußischen Kaisers mit seiner Gattin und den ganzen preußischen Hofstatt in der Trinitatiskirche statt. Insgesamt war in dieser Epoche Köln eine aufstrebende lebhafte Stadt, aber auch eine Stadt mit vielen strukturellen und sozialen Problemen insbesondere mit der fortschreitenden Industrialisierung.

Als neuzeitliches Kölner Ereignis ist die Revolution von 1848 zu erwähnen, in der Köln mit seinen damaligen Bürgern Karl Marx (Redakteur der oppositionellen "Neuen Rheinischen Zeitung") und Friedrich Engels eines der revolutionären Zentren war. Einer der führenden Köpfe der Linken im damaligen Paulskirchen-Parlament war gebürtiger Kölner: Robert Blum (1807 - 1848/ Ermordung). Als soziale Errungenschaft ist der von Adolf Kolping 1849 in Köln gegründete katholische Sozialverband "Kolpingwerk" - damals zunächst zur Unterstützung arbeitsloser und verarmter Handwerksgesellen gegründet - zu nennen. Ein weiteres Kölner Ereignis dieser Epoche war der erste Rosenmontagszug 1823. Nachdem die Franzosen nach ihrer Besetzung des Rheinlandes jedes närrische Treiben unterbunden hatten, wurde im Jahr 1823 der Kölner Karneval reformiert und erhielt seine heutige Form u. a. mit der Gründung des Festordnenden Komitees - heute Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 - . In Köln fand 1823 der erste organisierte Karnevalszug in Deutschland statt, heute der größte Zug Deutschlands und wohl der Welt. Der Karneval wurde auch dazu benutzt, Probleme mit dem preußischen Staat und dessen Adel zu thematisieren und zu diskutieren.

Ein erstes dunkles Kapitel für Deutschland und Köln war der 1. Weltkrieg 1914 - 1918. Mit der deutschen Niederlage endeten auch das deutsche Kaiserreich und das Königreich Preußen.

Republikanisches Köln ab 1918
1918 bis 1945

Am 9. November 1918 wurde die erste deutsche Republik ("Weimarer Republik") gegründet. Köln gehörte zum Freistaat Preußen als Nachfolger des Königreichs Preußen (Hauptstadt Berlin). Mit dem Waffenstillstandsabkommen vom 11. November 1918 wurden die linksrheinischen deutschen Gebiete und ein rechtsrheinischer Streifen zur entmilitarisierten Zone erklärt. Das linksrheinische Gebiet wurde ferner durch alliierte Truppen besetzt - verbunden mit umfangreichen Reparationsverpflichtungen -. Das Gebiet um Köln war von den Briten besetzt, die erst am 31.01.1926 abzogen. 1936 zogen unter Brechung dieses Abkommens die Nazi-Truppen im Rheinland ein. 1919 wurde die 1798 von den Franzosen geschlossene Universität zu Köln neu gegründet. Die Weimarer Republik – und damit auch Köln litt bis 1923 unter einer Inflation mit dem Höhepunkt 1922/1923. 1923 wurde mit einer Währungsreform die Rentenmark eingeführt. Auch unter der Weltwirtschaftskrise ab Herbst 1929 bis 1930 und der Banken- und Finanzkrise 1931 in Deutschland litt die Stadt.

Am 28. September 1917 wurde Konrad Adenauer (Zentrum) zum Kölner Oberbürgermeister gewählt. In dessen Amtszeit von 1917 bis zu seiner Absetzung durch die Nazis 1933 fallen unter anderem:

  • ab 1922 die Anlegung des Inneren Grüngürtels und des Äußeren Grüngürtels in der Trasse der ehemaligen Festungsringe inklusive der richtungsweisenden und mit 55 ha damals größten Sportanlage Deutschlands, dem Müngersdorfer Stadion (Eröffnung 1923),
  • die Anerkennung der größten Staatlichen Hochschule für Musik Deutschlands im Oktober 1925,
  • die Internationale Presse-Ausstellung (Pressa), eine sechs Monate dauernde Ausstellung in Köln 1928, mit der Köln zum Ausstellungs- und Messestandort und letztendlich später zur heutigen Medienstadt wurde,
  • die Ansiedlung der Ford-Werke als größter Arbeitgeber in Köln im Oktober 1929.

Die Jahre nach 1920 waren geprägt durch die baumäßige Weiterentwicklung der Stadt zur Großstadt. Zwischen 1910, also noch zur preußischen Zeit, und 1922 folgten weitere der 1883 begonnenen Stadterweiterungen.

Die Weimarer Republik verfiel Ende der 1920iger Jahre. Das führte am 30.01.1933 zu der Machtübernahme durch die NSDAP und zur dunkelsten Epoche Deutschlands: der Nazi-Diktatur und zum 2. Weltkrieg 1939 - 1945. Bei der letzten nach der Machtübernahme noch halbwegs freien Reichstagswahl am 05.03.1933, bei der die NSDAP im Reich 43,9 % der Stimmen erhielt (nach 33,1 % im Nov. 1932), gehörte der Wahlkreis 20 Köln/Aachen zu den 3 Wahlkreisen mit dem geringsten NSDAP-Anteil (30 - 35%). Bei der folgenden Kölner Kommunalwahl am 12.03.1933 kam aber auch in Köln die NSDAP auf immerhin 39,5 %. Obwohl die Nazis hiermit noch keine absolute Mehrheit hatten, übernahmen sie am 13.03.1933 illegal die Macht in Köln und setzten den Oberbürgermeister Konrad Adenauer ab. Mit dem Ermächtigungsgesetz vom 23.03.1933, dem außer den Sozialdemokraten und den vorher schon verhafteten Kommunisten alle Reichstag-Parteien zustimmten, schaffte sich die Demokratie selbst ab. Auch in Köln begann eine schlimme Zeit. Obwohl Köln ausweislich der letzten freien Reichswahl-Ergebnisse keine NSDAP-Hochburg war, kann die lange Zeit gepflegte Geschichte der Nazi-Ferne der Kölner nach neueren Erkenntnissen so nicht aufrechterhalten werden. Auch der Karneval hat hierbei eine wenig rühmliche Rolle gespielt. Ferner spielte die Stadt leider - wenn auch in diesem Fall ungewollt - eine Rolle bei der sich anbahnenden Katastrophe. Am 04.01.1933 kam es zu einem Treffen Adolf Hitlers mit dem früheren Reichskanzler Von Papen in dem Haus des Bankiers Von Schröder in Köln-Lindenthal, bei dem ein Zusammengehen von Nazis und konservativ-nationalen Kräften verabredet worden ist. Deshalb wird dieses Treffen zumeist als "Geburtsstunde des Dritten Reichs" angesehen.

Ein trauriger Rekord Kölns ist, dass die Stadt im 2. Weltkrieg über 260-mal von alliierten Bombern angegriffen worden ist - wegen ihrer strategischen Wichtigkeit so oft wie keine andere Stadt in Deutschland - und in der Nacht 30./31.05.1942 auch den ersten flächendeckenden Großangriff auf eine deutsche Großstadt (der berüchtigte "1000-Bomber-Angriff") zu erleiden hatte. Noch schwerer war der Angriff am 29.06.1943, bei dem fast die gesamte Innenstadt zerstört worden ist. Köln war nach dem letzten Großangriff zur Vorbereitung der Einnahme der Stadt am 02.03.1945 bei Kriegsende fast völlig zerstört (die Innenstadt zu 90%). Am 12.04.1945 war mit Einnahme auch des rechtsrheinischen Köln durch die Amerikaner der Krieg in Köln beendet. Die Stadt hatte mit 70% Gebäudeschäden den höchsten Zerstörungsgrad aller deutschen Großstädte. Von den fast 800.000 Einwohnern vor dem Krieg waren nur noch ca. 40.000 bis knapp 100.000 übriggeblieben. Der Dom wurde von über 70 Bomben getroffen. Die alte Römerstadt hätte das alles beinahe nicht überlebt.

Nachkriegszeit ab 1945

Deutschland wurde nach dem verlorenen Krieg von den alliierten Siegermächten besetzt; Köln gehörte zu Britischen Zone.

Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 gehört Köln zum Bundesland Nordrhein-Westfalen (Hautstadt Düsseldorf) und ist die größte Stadt dieses Bundeslandes und die viertgrößte Stadt der Bundesrepublik. Von 1949 bis zur Verlagerung des Regierungssitzes nach Berlin 1999 war die die Nachbarstadt Bonn Bundeshauptstadt. Mit Bonn hält Köln viele enge Beziehungen (Flughafen, gemeinsame Linien im regionalen Nahverkehr u. v. m.).

Die Nachkriegszeit war geprägt von einer umfangreichen Neuaufbau- und Ausbauphase. Wichtige politische Ereignisse in Köln nach 1945 waren unter anderem:

  • 700-Jahr-Feier der Grundsteinlegung des Kölner Doms am 15.08.1948,
  • 1900-Jahrfeier Kölns im Jahr 1950 (Köln rechnet ab der Erhebung der römischen Siedlung 50 n. Chr. zur Colonia und nicht wie andere alte Städte ab der Gründung 19. v. Chr.; siehe auch Das römische Köln),
  • die lange Periode der Oberbürgermeister der SPD - Theo Burauen (der "Döres") 1956 - 1973, John von Nes Ziegler 1973 - 1980 und Norbert Burger 1980 - 1999 -, in deren Amtszeit wichtige strukturelle Maßnahmen in Köln beschlossen und erledigt wurden wie
  • der Besuch des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle am 05. 09.1962 in Köln,
  • der Besuch des US-Präsidenten John F. Kennedy am 23.06.1963 in Köln im Rahmen dessen Deutschlandbesuchs,
  • der Besuch der britischen Königin Elizabeth II 1965 in Köln im Rahmen deren Deutschlandbesuchs,
  • die Trauerfeier für den am 19.04.1967 verstorbenen ehemaligen Bundeskanzler und Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer im Kölner Dom mit zahlreichen Staatsoberhäuptern und hochrangigen Politikern,
  • die Gebietsreform im Jahr 1975, mit der Köln zur Millionenstadt wurde, als Abschluss der 1883 begonnenen Stadterweiterungen,
  • die Gefangenennahme des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer durch die RAF bei einem Überfall am 05.09.1977 in der Friedrich-Schmidt-Straße in Köln-Braunsfeld und damit Beginn des krisenhaften deutschen Herbstes 1977,
  • das Attentat auf den SPD-Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine am 25.04.1990 in der Stadthalle Köln-Mülheim,
  • die Papstbesuche 1980 und 1987 (Paul II) sowie zum Weltjugendtag 2005 (Benedikt XVI) in Köln,
  • das große Konzert "Arsch huh, Zäng ussenander" gegen Nazis und rechte Gewalt am 09.11.1992 mit 100 000 Teilnehmern auf dem Chlodwigplatz in der Kölner Südstadt unter Beteiligung fast der gesamten Kölner Musik- und Künstlerszene (mit dem Titelsong von Nick Nikitakis und Wolfgang Niedecken),
  • der "Kölner Juni-Gipfel 1999" mit dem EU-Gipfel-Treffen des Europäischen Rates (03. - 04.06.99) und danach dem Weltwirtschaftsgipfel der Staats- und Regierungs-Chef der G-8-Staaten (18. - 20.06.1999),
  • der XX. katholischer Weltjugendtag vom 16. - 21.08.2005 im Erzbistum Köln (mit Besuch des Papstes Benedikt XVI), ein Mega-Ereignis und wohl die bisher größte Veranstaltung in der Bundesrepublik überhaupt,
  • die Fußball-Weltmeisterschaft 09.06. - 09.07.2006 mit Köln als einem der Spielorte, ein großes sportliches und auch gesellschaftliches Ereignis in Deutschland und auch in Köln,
  • zum 20. Jahrestag des "Arsch huh, Zäng ussenander"-Konzerts von 1992 am 09.11.2012 eine zweite Kundgebung unter diesem Titel gegen Fremdenfeindlichkeit und für soziale Gerechtigkeit mit über 70.000 Besuchern auf der Deutzer Werft mit vielen Kölner Künstlern und Redner.

Regierungsformen

Politische Zugehörigkeiten Kölns in seiner über 2000-jährigen Geschichte im Überblick:

  • 19 v. Chr. bis spätestens um 455 n. Chr.: antikes Römisches Imperium (ab 50 n. Chr. in dem Rang einer Colonia).
  • um 455 bis 962: fränkische Reiche.
  • 962 bis 1794: neues Römisch-deutsches Kaiserreich /ab 15. Jhdt. Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation (ab Mitte des 10. Jhdt. innerhalb des Kurfürstentums Köln (Kurköln), ab 1288 de facto und ab 1475 de jure als Freie Reichsstadt).
  • 1794 bis 1815 nach der Besetzung durch die Franzosen: Französisches Reich (offizielle Eingliederung: 1801).
  • 1815 bis 1871: Königreich Preußen (bis 1866 im Deutschen Bund).
  • 1871 bis 1918: Königreich Preußen (im Deutschen Kaiserreich).
  • ab 1918: deutsche Republiken (seit 1949 Bundesrepublik Deutschland / Bundesland Nordrhein-Westfalen).

Stadtbefestigungen

Köln war im Laufe seiner 2000-jährigen Geschichte ab dem 1. Jhdt. nach Chr. bis Anfang des 20. Jhdt. stets eine Festungsstadt. Nach

Mittelalterliche Stadtmauer am Sachsenring

folgten im 19 Jahrhundert

  • die preußischen Festungsringe (Länge Äußerer Festungsring: ca. 42 km),

womit Köln zur stärksten Festung im Westen des preußischen Königreichs ausgebaut wurde. Militärisch bewähren mussten sich die Kölner Festungsringe zum Glück nie. Die große mittelalterliche Stadtmauer wurde 1881 leider bis auf einige Reste abgerissen ... aus heutiger Sicht ein ungeheurer Kulturfrevel, weil dadurch ein bedeutendes Baudenkmal, das heute sicher zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen würde, verloren gegangen ist.

Zunächst wurden von den Preußen um 1820 die Vorfeldeinrichtungen vor der damals noch vorhandenen mittelalterlichen Stadtmauer militärisch modernisiert. Im Zuge der militärischen Entwicklungen wurde ferner von den Preußen von 1816 bis 1863 ein "Innerer Festigungsring" errichtet: linksrheinisch bis um 1846 ca. 600 m vor der Stadtmauer ein Ring Ring mit 11 Forts (I - XI) und Lünetten und danach um das rechtsrheinische Deutz eine Ring mit 3 Forts und Lünetten. Dieser Ring wurde linksrheinisch ab 1882 mit einer inneren Stadtumwallung ergänzt, die aber ab um 1907 wieder aufgegeben wurde. Aufgrund der waffentechnischen Entwicklung reichte dieser innere Ring bald nicht mehr aus. So wurden von 1873 bis 1881 die Festungswerke des "Äußeren Festungsrings", eine neue die Stadt links- und rechtsrheinisch umkreisende sog. Gürtelfestung, errichtet (Länge: ca. 42 km; Entfernung vom Dom: linkssrheinisch zwischen ca. 5,2 und 7,4 km - im Durchschnitt über 6 km - ). Dieser Ring löste den inneren Ring als Verteidigungsanlage ab und wurde ab 1887 verstärkt. Zu dem äußeren Vollring um die Festung Köln gehörten 12 große Forts (I - XII) (Einzelwerke 220*160m) mit 23 zugeordneten kleineren Zwischenwerken und mehreren Zwischenfeldbauten (insgesamt ca. 180 Bauwerke). Er sollte ebenso wie die früheren Stadtmauern die Stadt vor feindlichen Angriffen schützen. Infos über die Festung Köln sind u. a. auf den Internet-Seiten "Festungsstadt Cöln" [1] und "AG Festung Köln" [2] zu erhalten. Das Zwischenwerk VIII b in Rodenkirchen kann jeden ersten Samstag im Monat ab 12 Uhr besichtigt werden. Militärisch bewähren mussten sich die Festungsringe zum Glück nie.

Nach dem ersten Weltkrieg musste der Festungsring gemäß Vorgabe der Alliierten abgerissen werden (ab 1920). So sind heute nur noch wenige Forts und Zwischenwerke erhalten. Nach Plänen des damaligen Oberbürgermeisters Konrad Adenauer (OB 1917 - 1933) sollten anstelle der ehemaligen Festungswälle nunmehr zur friedlichen Nutzung ein Innerer Grüngürtel und ein Äußerer Grüngürtel um Köln und im Gebiet der Forts Erholungsanlagen erstellt werden, von denen ab 1922 große Teile auch realisiert wurden. Der linksrheinische Innere Grüngürtel verläuft vom Rhein bei Köln-Riehl im Norden bis zur Luxemburger Straße im Südwesten (ca. 7 km). Der links- und rechtsrheinisch verlaufende Äußere Grüngürtel hat eine Länge von ca. 46 km (vor allem im rechtsrheinischen Teil allerdings noch unvollständig, eine Auffüllung der Lücken ist in Vorbereitung). Im äußeren Grüngürtel ließ der freizeit- und sportbewußte OB auch eine damals richtungsweisende große Sportanlage - das Müngersdorfer Stadion - errichten. Die dank Adenauer erhalten gebliebenen Forts verrotten leider überwiegend vor sich hin (auch wieder ein Frevel wie beim Abriss der Stadtmauer). Wenigstens einige Organisationen kümmern sich darum - hoffentlich mit Erfolg. In manch anderen Städten werden die ehemaligen Festungsbauwerke als Denkmäler gepflegt und sind zum Teil sinnvollen - oftmals kulturellen - Nutzungen zugeführt worden. Warum nicht in Köln?

Die Festungsringe hatten ebenso wie die vorhergehenden römischen und mittelalterlichen Festungsringe (Stadtmauern) auf die Struktur der späteren Stadtentwicklung großen Einfluss, u. a. mit großen Gebieten vor den Festungsbauwerken, die aus militärischen Gründen freigehalten werden mussten und in der jüngeren Vergangenheit dann bebaut werden konnten (wie z. B mit dem Güterbahnhof und anschließend dem Mediapark in der nördlichen Kölner Innenstadt, dem Komplex Gericht/Arbeitsamt im Westen und dem Komplex Kölnarena/Technisches Rathaus im Stadtteil Deutz), und mit den vorerwähnten Grüngürteln. Auch der linksrheinische Eisenbahnring mit der Zufahrt zum Hauptbahnhof wurde entlang der Trasse des inneren Festungsrings gebaut. Um die Erforschung und den Erhalt der Festungsringe aller Epochen als historische Baudenkmäler aus der 2000-jährigen Geschichte des befestigten Kölns kümmert sich der neue Verein "Fortis Colonia" [3] (Motto: "2000 Jahre wehrhaftes Köln").

> Die Überbleibsel der Forts der Festungsringe werden größtenteils völlig vernachlässigt und nicht angemessen gepflegt. Sie werden den Kölner Bürgern und den vielen Besuchern der Stadt nicht angemessen oder gar nicht präsentiert. Siehe hierzu [4].

Verkehrskreuz und Logistikzentrum sowie Brücken

Französischer Thalys im Hauptbahnhof
Ausfahrt Kölner Hauptbahnhof

Verkehrskreuz/Logistikzentrum

Wie schon im Mittelalter durch die Lage am Rhein (mit dem Waren-Umschlagplatz zwischen Niederrhein und Oberrhein und dem damit verbundenen Stapelrecht) und im Schnittpunkt wichtiger Straßen macht auch heute die geografische Lage Kölns mitten in der der EU und die hervorragende Verkehrs-Infrastruktur als Verkehrskreuz und Logistikzentrum den Raum Köln für Messen und Kongressveranstalter, für die Ansiedlung von Branchen und Firmen, für den Zuzug von Bürgern und auch für Touristen - zusammen mit dem Status einer Kulturmetropole und dem Ruf einer lebendigen lebenslustigen Stadt - immer attraktiver.

Köln ist das "Verkehrskreuz des Westens" und ein Logistikzentrum von europäischem Rang mit folgenden wichtigsten Merkmalen:

  • Kölner Autobahnring: Der Kölner Ring mit 7 Autobahn-Kreuzen und 1 Autobahn-Dreieck ist 52 km lang. An den Kölner Ring sind 11 Autobahnen angeschlossen. Er ist mit täglich 360.000 Fahrzeugen der am stärksten ausgelastete BAB-Abschnitt in Deutschland und einer der wichtigsten und am stärksten ausgelasteten Fernstraßen und Verkehrsdrehscheiben Europas.
  • Kölner Hauptbahnhof: Der Kölner Hbf. ist ein Eisenbahnkreuz mit täglich über 1200 Zügen und ca. 280.000 Reisenden (= jährlich ca. 100 Mio. ein-/aussteigende Fahrgäste) und einer der meistbefahrenen und wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte Europas. Er wird zunehmend durch den messenahen rechtsrheinischen Bahnhof Köln-Messe/Deutz als zweiter Kölner IC-Bahnhof ergänzt. Vom bzw. zum linksrheinisch direkt am Kölner Dom gelegenen Kölner Hbf. verlaufen Fernstrecken beidseitig des Rheins. Der Bahnhof wird von einer großen Anzahl ICE/IC-Linien, den ICE international Frankfurt - Brüssel und Frankfurt - Amsterdam sowie etlichen Regionalzügen und S-Bahnen der Deutschen Bundesbahn und ferner vom Hochgeschwindigkeitszug der Bahngesellschaft Thalys International nach Brüssel/Paris und von einigen anderen Anbietern angefahren.
  • Container-Bahnhof Köln-Eifeltor: Köln-Eifeltor ist eine europäische Logistik-Drehscheibe für den sogenannten kombinierten Verkehr (Transport mit verschiedenen Verkehrsträgern - auf Schiene + Straße -) mit einem eigenen Autobahnanschluss an den Kölner Autobahnring und zusammen mit Hamburg-Billwerder einer der zwei größten Güter-Umschlagbahnhöfe Deutschlands (Köln 380000 Ladeeinheiten, Hamburg demnächst 400000 Ladeeinheiten).
  • Rangierbahnhof Köln-Gremberghoven: Köln-Gremberghoven ist eine der größten Rangier-Anlagen in Deutschland (31 + 32 Rangiersysteme), ergänzt um den Rangierbahnhof Köln-Kalk (24) (Zahlenquelle: Wikipedia).
  • Köln Bonn Airport: Der Flughafen Köln/Bonn "Konrad Adenauer" im rechtsrheinischen Stadtteil Köln-Wahn, seit 1957 kommerziell genutzt, ist einer der größeren internationalen Flughäfen in Deutschland mit folgenden besonderen Merkmalen:
    • Köln/Bonn liegt unmittelbar an einer an den Kölner Autobahn-Ring angeschlossenen BAB und ist damit ideal mit dem Pkw anzufahren und bietet zudem lage- und preismäßig günstige Parkmöglichkeiten an.
    • Seit 13.06.2004 verfügt Köln/Bonn über einen eigenen Flughafen-Bahnhof und ist damit aus Köln und dem gesamten Einzugsgebiet mittels S-Bahn, RE- und ICE-Zügen bequem erreichbar und ist zudem über die ICE-Hochgeschwindigkeits-Strecke Köln - Frankfurt mit einer Fahrzeit von knapp 1 Stunde auch mit dem interkontinentalen Großflughafen Frankfurt verbunden.
    • Seit Herbst 2002 bietet Köln/Bonn als einer der zwei ersten Flughäfen (kurz nach Frankfurt-Hahn mit der irischen Gesellschaft Ryanair) ein neues Produkt an, die sog. Günstigpreis- ("Billig"-)-Flieger, mit zunächst 2 nach dem Produktstart sehr schnell stark expandierenden deutschen Marken Germanwings und Hapag Lloyd Express (früherTUIFly), denen später andere folgten. Köln Bonn Airport ist das größte Drehkreuz dieser Produkt-Gattung in Deutschland. Die Lufthansa-Tochter Germanwings hat ihren Sitz sowie ihren Heimatflughafen und Hauptstandort in Köln. Mit der Neustrukturierung der Lufthansa ab Juli 2013 nimmt die Bedeutung von Germanwings und damit des Airports Köln Bonn erheblich zu, da Germanwings alle innerdeutschen und innereuropäischen Strecken (mit Ausnahme der Flüge von/nach Frankfurt und München) von der Lufthansa übernimmt.
    • Köln/Bonn ist Luftfracht-Drehkreuz des US-Paket-Konzern UPS für ganz Europa (seit 1986!) sowie seit Oktober 2010 Drehkreuz des weltweit größten Express-Frachtunternehmens FedEx für Zentral- und Osteuropa.
    • Köln/Bonn mit aktuell knapp 40 Fluggesellschaften und ca. 125 Zielen in rund 30 Staaten - darunter große internationale Drehkreuze - war im vorangegangenen Jahrzehnt der am stärksten wachsende Flughafen in Deutschland und lag 2009 trotz leicht rückläufiger Tendenz bei den Passagieren im Gesamt-Verkehrsaufkommen weiterhin an 4. Stelle der deutschen Verkehrs-Flughäfen (bei den Passagierzahlen Platz 6, im Frachtaufkommen Platz 2). Zahlen 2010: Passagiere 6. Stelle, Fracht 3. Stelle knapp hinter Leipzig; 2012: bei Passagieren in einem schwieriger gewordenen Umfeld leicht rückläufige Zahlen und Platz 7, im Frachtverkehr mit weiter zunehmenden Zahlen Platz 3).
    • Neben dem seit 1957 nutzbaren zivilen Teil des Flughafens gibt es noch einen militärischen Teil mit u. a. dem Großstandort der Luftwaffe und der 1957 gegründeten Flugbereitschaft des Bundesministerium für Verteidigung. Bis zur Verlagerung der Bundeshauptstadt von Bonn nach Berlin war Köln-Wahn Regierungsflughafen. In dieser Funktion wird er für die in Bonn verbliebenen Ministerien immer noch genutzt.
  • Kölner Häfen (Binnenhäfen am Rhein): Köln, gelegen am Rhein als der verkehrsreichsten Wasserstraße der Welt, ist mit seinen 3 großen Frachtumschlag-Häfen Niehl I (flächenmäßig größter Kölner Hafen), Niehl II (sog. "Ölhafen", heute insbes. für die Umladung von Autos der Ford-Werke) und Godorf (umsatzstärkster Kölner Hafen insbes. für Öl- und Chemiefracht) sowie dem kleineren rechtsrheinischen Deutzer Hafen mit einer Güterumladung von insges. um 15 Mio. Tonnen pro Jahr zuzüglich Umschlag von 500 000 Standard-Containern (Daten laut Häfen und Güteverkehr Köln AG) nach Duisburg zweitgrößter deutscher Binnenhafen-Standort. Der innerstädtische Rheinau-Hafen und der rechtsrheinische Mülheimer Hafen werden nicht mehr als Umschlaghäfen genutzt.

Ab 2017 wird das Logistikzentrum Köln mit einem neuen bundesweiten Instandhaltungswerk der Deutschen Bundesbahn für Hochgeschwindigkeitszüge in Köln-Nippes weiter ausgebaut.

Am Container-Terminal Nord der Hafen- und Güterverkehr Köln AG (HGK) ist 2011 mit dem Bau eines weiteren Güterverkehr-Drehkreuzes zur Ergänzung von Köln-Eifeltor begonnen worden. In fünf Baustufen entstehen auf rund 150.000 qm in der Nähe der Autobahn-Anschlussstelle Köln-Niehl Anlagen für den Umschlag von bis zu 400.000 Ladeeinheiten. Die erste Baustufe soll 2014 mit einer Kapazität von zunächst ca. 69000 Einheiten in Betrieb gehen ... eine weitere Aufwertung des Logistik-Standortes Köln.

Köln/Bahnhof Messe Deutz
Flughafen Köln-Bonn
Flughafen Köln-Bonn

Zur Geschichte Kölns als Verkehrskreuz gehört der erste Flughafen Kölns, der ehemalige Flughafen Butzweilerhof, der auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters Konrad Adenauer von einer vormaligen militärischen Fliegerstation (Aufbau ab 1912) ab 1926 zu einem großen zivilen Flughafen ausgebaut worden war und der sich in den 1930-iger Jahren zum Luftkreuz des Westens und nach Berlin-Tempelhof zum zweitgrößte Flughafen Deutschlands entwickelte. Mit dem Krieg endete die große Bedeutung des Flughafens, der bis 1980 noch für Sportflugzeuge genutzt wurde. Der kommerzielle Luftverkehr der Region Köln/Bonn wird seit 1957 auf dem vorher nur militärisch genutzten Flughafen Köln-Wahn abgewickelt. Heute beherbergen die denkmalgeschützten Teile des Butzweilerhofs ein Flughafen-Museum der Stiftung Butzweilerhof mit einer Dauerausstellung zur Geschichte der Kölner Luftfahrt.

Zur Geschichte als Verkehrskreuz gehört auch, dass hier am 6. August 1932 vom damaligen OB Konrad Adenauer die erste deutsche Autobahn, die "Kraftwagenstraße Köln - Bonn" (heute: BAB 555), eingeweiht worden ist.

Brücken

Mit der Neuzeit begann auch der Bau von zahlreichen Brücken über den Rhein. 1822 wurde die erste Schiffsbrücke mit Schleusen für die Durchfahrt von Schiffen, die Deutzer Schiffsbrücke, in Betrieb genommen. Bald darauf folgte - als erste befestigte Brücke nach der römischen Brücke von um 310 - die Dombrücke (am Ort der heutigen Hohenzollernbrücke), die 1859 eingeweiht worden ist und deren Bau durch den zunehmenden Eisenbahnverkehr ausgelöst worden war. Diese Brücke bestand aus einer zweigleisigen Eisenbahnbrücke und einer Straßenbrücke und wurde von den Kölner wegen ihrer Gitterträgerkonstruktion "Muusfall" (Mausefalle) genannt. Dass die Gleise über die Dombrücke genau auf den Chor des Doms zuliefen und kurz vor dem Dom zum neuen - ebenfalls 1859 eingeweihten - "Central-Personenbahnhof" abbogen, soll vom damaligen preußischen König Friedrich Wilhelm IV veranlasst worden sein. Die Trassenführung weist auch heute noch die Gleise über die an gleicher Stelle nachfolgende Hohenzollernbrücke.

Vor dem Bau dieses ersten Kölner zentralen Bahnhofs endeten in Köln 5 Eisenbahnlinien konkurrierender Gesellschaften an dezentralen Bahnhöfen (davon einer - der Bahnhof der Cöln-Mindener-Eisenbahngesellschaft - rechtsrheinisch). Der Central-Personenbahnhof war eine Kombination von Kopf- und Durchgangs-Bahnhof. Die rechtsrheinischen - am Deutzer Rheinufer gelegenen - Bahnhöfe der Cöln-Mindener-Eisenbahn (ab 1847) und der Bergisch-Märkischen-Eisenbahn (ab 1882) blieben noch bis zur Realisierung des heutigen Deutzer Bahnhofs (1913) in Betrieb. Mit der weiteren Zunahme des Eisenbahnverkehrs und nach Verstaatlichung der Eisenbahnen durch die Preußen in 1880 wurde der Central-Personenbahnhof 1894 an gleicher Stelle durch einen neuen Bahnhof (nunmehr ein reiner Durchgangs-Bahnhof), den heutigen Hauptbahnhof, abgelöst. In diesem Eisenbahn-Verkehrskreuz kreuzen sich heute die deutschen und europäischen Nord-Süd- und Ost-West-Eisenbahnlinien. Die Hohenzollernbrücke wurde dadurch zur meistbefahrensten Eisenbahnbrücke Europas und wohl auch der Welt.

Die Großstadt Köln liegt - anders als die anderen Rheinstädte - nicht am Rhein (auch wenn es oft Köln am Rhein heißt), sondern sozusagen im Rhein; der Rhein fließt mitten durch die Stadt. Umso wichtiger sind die Brücken! Der vorgenannten ersten Schiffsbrücke für den Straßenverkehr folgte 1888 die Mülheimer Schiffsbrücke. Der ersten befestigten Rheinbrücke für den Eisenbahnverkehr (1859), der Dombrücke, folgte 1910 die Südbrücke als Eisenbahnbrücke für den Güterverkehr. Die erste eigenständige befestigte Straßenbrücke war 1915 die Deutzer Hängebrücke. Vervollständigt wurde das Kölner Brückenensemble 1966 mit der vorerst letzten Brücke, der Zoobrücke. Damit verbinden insgesamt 8 Rheinbrücken das linksrheinische Köln und das rechtsrheinische Köln (die "Schäl Sick"), ein - auch im Maßstab vergleichbarer Brückenstädte in der Welt - bedeutendes Ensemble mit verschiedenen Brückentypen, von denen die meisten ein stilmäßiges Unikat darstellen. Der Rhein ist in Köln ca. 360 m breit; dadurch haben die Brücken für Stadtbrücken eine ungewöhnliche Länge mit Spannweiten von (zum Teil weit) über 400 m.

Die 8 Kölner Brücken von Norden nach Süden:

Im weiteren Sinne zur Kölner Brückenfamilie gehören 2 kleine Drehbrücken, die Drehbrücke über die Einfahrt zum linksrheinischen Rheinau-Hafen von 1898 und die Drehbrücke über die Einfahrt zum rechtsrheinischen Deutzer Hafen von 1907. In dem 2008 erstellten "Masterplan Köln - Innenstadt -" ist für den zentralen "Stadtraum Rhein" u. a. der Bau von 2 Fußgänger-Rheinbrücken im Norden und Süden im Zuge der linksrheinischen Ringstraße vorgeschlagen worden ... ein toller Gedanke für dieses herausragende innerstädtische Erlebnisgebiet und eine Abrundung des Kölner Brückenensembles. Ob was daraus wird?

Stadterweiterungen und Eingemeindungen

Kernstadt des heutigen Kölns ist die Altstadt. Dies ist das Gebiet innerhalb der "Ringe", dem Straßenzug entlang der Trasse der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer der mittelalterliche Stadt, wobei hier "Altstadt" als Stadtteil-Name gemeint ist. Im heutigen Kölner Sprachgebrauch wird unter "Altstadt" zumeist das Vergnügungsviertel zwischen Alter Markt/Heumarkt und Rhein verstanden. 1881 wurde die Stadtmauer abgerissen und danach die Stadt um die Neustadt bis an die Trasse des ehemaligen inneren preußischen Festungsrings erweitert (= 1. neuzeitliche Stadterweiterung 1883). Später kamen dann die Eingemeindungen von Vororten und Nachbar-Gemeinden - also die ehedem selbständigen Gemeinden um den Stadtkern - hinzu (1888, 1910, 1914, 1922, 1975). Aktuell hat das neuzeitliche Köln eine Stadtgrenze von etwa 130 km Länge. Größte Entfernungen: Nord - Süd 28,1 km und Ost - West 27,6 km, Länge des Rheinufers: lrh. 40,0 km und rrh. 27,3 km.

Mit der Stadterweiterung 1883 und den diversen Eingemeindungen - zuletzt 1975 - wuchs die Einwohnerzahl Kölns auf heute knapp über 1,0 Mio. (inkl. Zweitwohnsitzen: 1.028 Mio.) auf einer Fläche von 40517 ha (ca. 405 qkm) mit 9 Bezirken und 86 Stadtteilen. Damit ist Köln einwohnermäßig die viertgrößte Stadt Deutschlands (nach Berlin, Hamburg und München), größte Stadt in Nordrhein-Westfalen (2. Düsseldorf mit ca. 587.000, 3. Dortmund mit ca. 581.000) und flächenmäßig die drittgrößte Stadt Deutschlands. Im Regierungsbezirk Köln (mit u. a. Aachen im Westen, Bonn im Süden und dem Oberbergischen Kreis im Osten) wohnen 4,382 Mio. Menschen.

Bei der ersten Stadterweiterung mit Eingemeindungen 1888 wurden linksrheinisch die Gemeinden Ehrenfeld, Longerich, Nippes, Müngersdorf, Kriel und Teile von Efferen und Rondorf sowie rechtsrheinisch Deutz und Poll eingemeindet. Damit wuchs Köln erstmals auf die rechte Rheinseite. Mit der Gebietsreform von 1975 und den damit verbundenen Erweiterungen - mit insbes. der Eingemeindung der Gemeinden Weiden-Lövenich, Porz und Rodenkirchen sowie zunächst Wesseling - wurde Köln vierte Millionenstadt Deutschlands.

Einwohner- und Flächenentwicklung Kölns (Ew. gerundet) im Neuzeitlichen Köln (mit ab Ende des Mittelalters um 1500 noch mittelalterlichen Strukturen bis um 1794):

  • 1500: um 40 000/Fläche: 401 ha
  • 1670: 37 000
  • 1794: 44 500/Fläche: 770 ha (mit Stadtgrenzen nach der französischen Besetzung)
  • 1816: 49 300 (nach Eingliederung 1815 in Preußen)
  • 1860: 117 700
  • 1883 (nach der 1. Stadterweiterung): 150 200/Fläche: 1006 ha
  • 1888 (nach der 2. Stadterweiterung): 261 400/Fläche: 11 133 ha
  • 1910 (nach der 3. Stadterweiterung): 516 500/Fläche: 11 741 ha
  • 1914 (nach der 4. Stadterweiterung): 635 700/Fläche: 19 726 ha
  • 1922 (nach der 5. Stadterweiterung): 674 700/Fläche: 25 125 ha
  • 1939: 768 300
  • 1976 (nach der 1976 korrigierten 6. Stadterweiterung von 1975): 981.000 (Erstwohnsitz)/Fläche: 40 518
  • 1991: 1 000 800 inkl. Zweitwohnsitz
  • 2010: 1 006 900 (Erstwohnsitz) (1 027 500 inkl. Zweitwohnsitz)
  • 2011: 1 013 700 (Erstwohnsitz) (lt. Volkszählung/Stand 31.12.2011)
  • 2030: 1,050 Mio. (Prognose Stadt Köln/04.2013)

Quelle: Fläche und Einwohner amtlichen Zahlen/Statistisches Jahrbuch 2012 der Stadt Köln bzw. Zensus 2011. Hinweis: Alle Einwohnerzahlen - auch aus amtlichen Quellen - vor dem späten Mittelalter (vor 15. Jhdt.) sind als grobe Schätzungen anzusehen. Genauer sind hingegen die Flächenangaben.

Nicht untypisch für diese feierfreudige Stadt ist, dass sie nicht nur zwei Gründungsdaten hat, die selbst von Experten oft vermengt und verwechselt werden, sondern auch dreimal Millionenstadt wurde.

  • Das römische Köln und seine Gründung:
    • Um vermutlich 19 v. Chr. Gründung Kölns mit der Ansiedlung der Ubier durch die Römer und der Gründung der Siedlung "Oppidum Ubiorum".
    • 50 n. Chr. Erhebung dieser Siedlung zur Colonia (Stadt römischen Rechts) mit dem Namen "Colonia Claudia Ara Agrippinensium" (abgekürzt: CCAA), oftmals fälschlich als Gründungstermin genannt.
  • Status einer Millionenstadt des Neuzeitlichen Köln:
    • Am 01.01.1975 mit der Gebietsreform und den damit verbundenen Eingemeindungen. Mit der erfolgreichen Klage Wesselings gegen diese Eingemeindung nach Köln war der Status als Millionenstadt am 01.06.1976 zunächst wieder zu Ende.
    • Im Dezember 1991 mit der in Köln üblichen Zählweise inkl. der Zweitwohnsitze.
    • Im Mai 2010 nun auch nach der NRW-üblichen Zählweise mit nur den Erstwohnsitzen - und damit nun wohl endgültig - .

Kulturmetropole und Kunststadt

Museen

Zu den größten und bekanntesten Museen Kölns gehören das Römisch-Germanisches Museum am Dom mit archäologischen Exponaten aus der Kölner Geschichte, das Museum Ludwig mit einer umfangreichen Sammlung zur Kunst des 20. Jahrhundert und der Gegenwart und das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud mit Werken vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Am Beliebtesten ist aber das Schokoladenmuseum am Rheinauhafen.

Kölner Dom und Musical Dome (bis 2015: Oper am Dom)

Musik- und Theater-Szene

Die Kölner Musikszene ist eine der vielfältigsten und buntesten in Deutschland. Außer der Bandbreite von Klassik mit dem Gürzenich-Orchester und WDR-Sinfonie-Orchester Köln bis zu Kölner Rockbands wie BAP hat die Stadt mehrere bekannte Mundartgruppen wie Bläck Fööss, De Höhner, Paveier und De Räuber.

Medienmetropole

Schon seit der Vorkriegszeit sind in Köln der Westdeutsche Rundfunk (WDR) - heute die größte Rundfunkanstalt der ARD - und eine ausgeprägte Druckindustrie angesiedelt. Mit seinem Umzug von Luxemburg nach Köln kam 1988 der mittlerweile umsatzstärkste europäische private Programmanbieter RTL hinzu. Damit begann der Aufstieg Kölns zur einer der deutschen Medienmetropolen - und vor allem zur Fernsehstadt Nr. 1.

Fernseh-Anbieter

WDR in Köln
WDR-Arkaden
  • WDR mit (laut KStA/25.01.2013) 25%-Anteil am Programm von "Das Erste" der ARD und dem "Westdeutsches Fernsehen" (WDR 3)
  • RTL
  • Vox
  • Super RTL
  • n-tv (seit 08.2004 in Köln, vorher in Berlin)
  • center.tv Heimatfernsehen
  • kleinere Spartenprogramme (RTL Nitro, RTL Living, RTL Crime – einige andere inzwischen eingestellt)
  • Viva (gegründet in Köln, inzwischen umgezogen nach Berlin)
  • Viva plus (gegründet in Köln, inzwischen umgezogen nach Berlin, heute: Comedy Central Deutschland)
  • Kölner Netzwerk Mediakraft, ein Zusammenschluss der besten Videomacher im Internet und laut Eigenwerbung "Deutschlands größter TV-Sender im Internet" mit über 150 Kanälen (Zitat KStA 19.01.2013)

Hörfunk-Anbieter

Medienstandorte

In Köln gibt es neben den Sendezentren und Studios der vorgenannten Rundfunk-Anbieter auch ca. 300 private Produktionsstudios und -firmen. Unter anderem:
MediaPark in der Neustadt-Nord
  • WDR-Funkhaus in der Innenstadt und WDR-Produktionsstätte in Bocklemünd ("Hollymünd")
  • RTL-Sendezentrum in Köln-Deutz in den historischen Messehallen am Rhein (bis 2010 in Köln-Weiden)
  • Medienzentrum Ossendorf, inkl. der MMC-Studio-Anlage Coloneum
  • Mediapark in der Neustadt-Nord (mit Radio Köln - inzwischen verzogen in's Medienzentrum Ost -, WDR mediagroup dialog GmbH der Westdeutsche Rundfunkwerbung GmbH (WWF), BBC Germany, bis 03.2012 1-Live des WDR)
  • Medienzentrum Ost/Schanzenstraße in einem ehemaligen Fabrik-Gelände in Köln-Mülheim mit u. a. Brainpool TV, Bonito-TV (Produktionsstätte von Harald Schmid), Veranstaltungshalle Palladium (zeitweise Ausweichspielstätte der Kölner Oper), Depot (derzeit Ausweichspielstätte des Kölner Schauspiels) und seit Januar 2014 Redaktion von Radio Köln
  • Studio-Gelände Hürth in der Nachbargemeinde von Köln

Seit 2010 befinden sich im Kölner Zentrum 2 Mediengrößen sozusagen Auge in Auge gegenüber: a) der WDR als größte öffentlich-rechtliche ARD-Rundfunkanstalt linksrheinisch direkt am Dom und b) RTL als quotenstärkster privater Programmanbieter rechtsrheinisch am Rhein-Ufer direkt gegenüber dem Dom.

Köln ist heute einer der wichtigsten Film- und Fernseh-Standorte Deutschlands (zusammen mit Hamburg, München und Berlin). Die zahlreichen Produktionsfirmen erstellen in Köln und im Nachbarort Hürth ca. 2000 Stunden Fernseh-Programm pro Jahr (ohne die hausinternen Produktionen der Kölner Programmanbieter). Damit steht Köln mit der Zahl der Fernsehproduktionen pro Jahr bundesweit mit Abstand an der Spitze. Daneben werden in Köln auch hochwertige Kino- und Fernseh-Filme erstellt (in 2010: 45 ). Mit dem Coloneum betreibt die Firma MMC in Köln-Ossendorf das größte und modernste Film- und Fernseh-Studiogelände Europas (mit - zusammen mit den MMC-Studios in Hürth - 32 Studios, davon zwei für die Produktion von großen Kinofilmen und eins für große TV-Publikumsveranstaltungen geeignet). Und Köln baut im Gegensatz zu Anderen auch in schwierigen Zeiten seine Stellung noch aus. Zitat im Kölner Stadtanzeiger: "Köln ist und bleibt die deutsche Fernseh-Hauptstadt." Zitat von Bruce Paisner, Präsident der International Academy of Television Arts & Sciences (eine Organisation der globalen Sender mit Mitgliedern aus ca. 70 Ländern und über 400 Unternehmen) im KStA (18.06.2012): " ... Jeder, der in diesem Business arbeitet, weiß, dass Köln das Hauptquartier des deutschen Fernsehens ist."

Der Aufstieg zur Medienstadt begann eigentlich schon 1928 mit der ersten internationalen Presseausstellung - der "Pressa" - (heute würde man Medienausstellung sagen), zugleich das erste Großereignis für die neue Kölner Messe. Aus dieser Tradition heraus ist heute Köln auch als Pressestadt bedeutend; in Köln haben der über 200 Jahre alte Verlag DuMont-Schauberg (das viertgrößte Zeitungshaus in D) sowie große Buchverlage wie Kiepenheuer und Witsch ihren Sitz. Die in dem gen. Verlag erscheinende und heute auflagenstärkste Tageszeitung Kölns - der "Kölner Stadtanzeiger" - wurde erstmals 1876, zunächst als Ableger der schon seit 1802 erscheinenden renommierten überregionalen "Kölnischen Zeitung", herausgegeben.

Messe- und Kongress-Stadt

Die "kölnmesse" besitzt eines der größten und leistungsfähigsten Messegelände der Welt.

Die Geschichte Kölns als Messestadt begann schon 1259, als die Stadt als großer mittelalterlicher Handelsplatz vom Kaiser mit dem Stapelrecht auch das Recht erhielt, pro Jahr zwei Messen zu veranstalten. 1922 wurde dann vom Rat unter Adenauer entschieden, Köln zum Messestandort zu machen, und die Messegesellschaft gegründet. Heute ist die "koelnmesse" eine der größten Messeveranstalter weltweit mit Weltleitmessen für über 25 Branchen und der größte Messe-Veranstalter Deutschlands. In den 11 Messehallen finden pro Jahr ca. 70 internationale Fach-Messen (2009: 77 Messen) und im Congess-Centrum Koelnmesse rund 2000 Kongresse statt. An den Messen beteiligen sich rund 45.000 ausstellende Unternehmen aus über 120 Staaten. Die Messen bedienen die Branchen

  • Ernährung
  • Haus, Garten und Freizeit
  • Gesundheit, Lifestyle und Objekt
  • Kommunikation, Kunst und Mode
  • Wohnen, Einrichten und Textil
  • IT, Technologie und Umwelt

mit u. a. folgenden Messen: anuga (Ernährungswirtschaft), Eisenwaren-Messe, gamescom (weltweit größte Messe für interaktive Computer- und Video-Spiele - 2013 mit über 340 000 Besuchern und 635 Ausstellern mit neuem Rekordbesuch -), Intermot (Motorrad- und Fahrradmesse), imm cologne (Einrichtungsmesse), InterKarneval, ism (Süßwaren- messe), Orgatec (Fachmesse für Office und Objekt), photokina (Imaging und MediaVision), spoga (Gartenmesse) sowie ART Cologne (Kunstmarkt/moderne Kunst) und die Kunstmesse Cologne Fine Art & Antiques. Dazu kommen über 30 Messen weltweit.

Im Zusammenhang mit dem Umzug von RTL in die alten Messehallen am Rhein hat die Messe kräftig umgebaut (mit 4 neuen modernen Nord-Hallen unter Wegfall der alten Rheinhallen); sie betreibt damit jetzt die vorerwähnten insgesamt 11 Hallen. Sie hat mit 284.000 qm das fünftgrößte Ausstellungsgelände der Welt. Im übrigen hat die Kölner Messe einen großen Standortvorteil mit

  • ihrer zentralen Lage am rechten Rhein-Ufer direkt gegenüber dem Dom und der Kölner Altstadt (also im Vergleich mit vielen Messen im Zentrum und nicht auf der grünen Wiese),
  • dem direktem Anschluss an die am Kölner Ring angeschlossenen 10 Autobahnen und
  • dem "eigenen" ICE-Haltepunkt - dem Bahnhof Köln Messe/Deutz - mit ICE-Verbindungen nach Norden und Süden (u.a. zum interkontinentalen Großflughafen Frankfurt, Fahrzeit knapp 1 Stunde) und mit S-Bahn-Anschluss an den Flughafen Köln-Bonn (mit direkten Flugverbindungen ca. 80 Zielen in rund 30 Staaten),

also eine so ausgezeichnete Verkehrsinfrastruktur wie kein anderes europäisches Messegelände.


Köln hat sich auch immer mehr zu einer Kongress-Stadt entwickelt, insbesondere mit den Kongress-Orten Messe und Gürzenich sowie bei den zahlreichen Aktionärs-Hauptversammlungen von Telekom, Deutscher Post und Postbank in der riesigen Kölnarena. Eines der größten und bedeutendsten Kongress-Ereignisse im Nachkriegs-Köln war der "Kölner Juni-Gipfel 1999", das EU-Gipfel-Treffen des Europäischen Rates (03. - 04.06.1999) und danach der Weltwirtschaftsgipfel der Staats- und Regierungs-Chef der G 8-Staaten in Köln (18. - 20.06.1999) (u. a. mit Bill Clinton/USA, Boris Jelzin/Russland und Gerhard Schröder/Deutschland als Gastgeber). Die politischen Ergebnissen mögen inzwischen verblasst sein, den Kölnern in guter Erinnerung geblieben sind die lockere Atmosphäre (vor allem im Vergleich zum nächsten G8-Gipfel in Deutschland, dem "Barrikaden-Gipfel" in Heiligendamm 2007) sowie besonders das Festessen der G8-Teilnehmer über dem Dionysos-Mosaik im Römisch-Germanischen Museum und die ungezwungenen Besuche des US-Präsidenten Bill Clinton in Altstadt-Kneipen.

Autostadt Köln

1862 begann Nicolaus Otto (* 1832, † 1891 in Köln) mit der Entwicklung eines Viertakt-Motors, entwickelte diesen Vorläufermotor weiter und baute 1863 in seiner eigenen Werkstatt die erste Gaskraftmaschine. 1864 gründete er mit Eugen Langen die erste Motorenfabrik der Welt, die Gasmotorenfabrik "N. A. Otto und Cie", die 1872 in die Gasmotorenfabrik Deutz AG überging, und ist Namenspate für seinen Motor. Die Leitung der Werkstätten als Technischer Direktor wurde einem gewissen Gottlieb Daimler übertragen (1872 bis 1882), der seinen Kompagnon Wilhelm Maybach mitbrachte. Unter der Leitung Daimlers wurde der Otto-Motor zur Serienreife entwickelt. Von 1907 bis 1909 war Ettore Bugatti als Entwickler in Deutz tätig. Mit der Erfindung und Entwicklung dieses gasbetriebenen Viertaktmotors durch Nicolaus August Otto (Patentierung 1866) begann ab dem Produktionsstart 1876 mit der Verwirklichung des ersten funktionsfähigen Viertaktmotors von Köln-Deutz aus die Motorisierung der Welt und die Entwicklung Kölns zur Autostadt. Die Deutz AG zählt auch heute noch zu den größten Arbeitgebern in Köln. Weltweit nutzen 1,4 Mio. Fahrzeuge Motoren aus dem Kölner Werk.

Der Otto-Motor mit seinem Prinzip "Ansaugen, Verdichten, Verbrennen, Ausschieben" hat die Welt revolutioniert wie kaum eine andere technische Erfindung. Erstaunlich ... nach diesem Viertaktprinzip arbeiten auch heute noch weltweit Motoren in ca. 750 Mio. Fahrzeugen.

In der Tradition dieser weltverändernden Erfindung liegt, dass heute Köln eine der führenden Auto- und Motorenbau-Städte ist. In der Domstadt ist neben der obengenannten Deutz AG vor allem Ford mit der Ford-Zentrale Europa und der Ford-Werke GmbH mit einer Pkw-Produktionsstätte und einem zentralen Ersatzteillager für Europa angesiedelt. Im übrigen ist Ford mit Abstand der größte Arbeitgeber der Stadt (ca. 17.000 Beschäftigte). Der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer hatte 1930 die Ansiedlung des Werkes in Köln erreicht. Im gleichen Jahr wurde auch der Grundstein gelegt. Am 15. April 1931 schloß Ford sein Berliner Werk und nahm am 4. Mai die Produktion am neuen Standort in Köln-Niehl auf. Etwas früher begründete Citroën seine Kölner Standort. Am 15.02.1927 gründete Citroën ein Werk in Köln-Poll und begann dort im gleichen Jahr mit dem Bau von Autos. Heute betreibt Citroën seine Deutschlandzentrale in Köln-Porz/Westhoven.

Neben dem Ford-Werk in Köln-Niehl haben im Raum Köln mehrere europäische oder deutsche Vertriebszentralen großer ausländischer Automobil-Hersteller ihren Sitz, nämlich Toyota, Citroën und Peugeot (seit September 2013 in einer gemeinsamen Deutschlandzentrale in Köln-Gremberghoven), Volvo, DAF (in Frechen), Nissan und Renault (in Brühl), Mazda (in Leverkusen). Angesichts dieser Ballung hat sich im Großraum Köln eine große Zahl von Dienstleistern und Zulieferern um das Auto etabliert. Und Toyota hatte sich 1999 Köln ausgesucht, um von hier aus in die Formel-1-Rennen einzusteigen. Ab 2002 nahmen die ersten in Deutschland entwickelten und an dem Kölner Standort produzierten Formel-1-Rennwagen an den WM-Rennen teil - 2005 bis 2007 mit dem prominenten Fahrer Ralf Schumacher -. 2010 ist Toyota jedoch aus dem Formel-1-Zirkus wieder ausgeschieden!

In dem industriegeschichtlich bedeutsamen Gebiet zwischen Mülheimer Brücke und Deutzer Hafen im rrh. Stadtteil Köln-Deutz mit den herausragenden Firmen Deutz AG und der Waggonfabrik Van der Zypern + Charlier wurde übrigens neben dem Otto-Motor von Nicolaus Ottos Partner Eugen Langen auch die weltberühmte Wuppertaler Schwebebahn erfunden und entwickelt, von der dort noch heute eine kurze Teststrecke vorhanden ist.

Kölner Zoo

Eine besondere Bedeutung unter den Parklandschaften Kölns spielt der Kölner Zoo, der bei einer internationalen Zoo-Studio 2009 über die größten europäischen Zoos (Zoos mit über 1 Mio. Besucher/Jahr) in der Europa-Rangliste auf Platz 7 landete (1. Tiergarten Schönbrunn Wien) und dabei unter den deutschen Zoos als Dritter eingestuft wurde. Der Kölner Zoo wurde 1860 gegründet und ist der drittälteste Zoo Deutschlands. Eine der Attraktionen ist seit einigen Jahren der Elefantenpark, mit 20000 qm (= 10 % der Zoofläche) das größte Freilaufgehege Europas in Innenstadtlage und nach Fachmeinung der modernste Elefantenpark Europas, in dem die Lebensweise von aktuell 15 (maximal 20) asiatischen Elefanten naturgetreu nachgebildet wird. Die Elefanten verbringen wie in der Natur den größten Teil des Tages in ihrer Herde. In Berührung mit Menschen kommen sie nur bei Pflege- und Fütterungseinsätzen. Zwischen 2006 und 2012 sind im Kölner Zoo 6 Elefanten-Junge geboren worden: Marlar (März 2006), Ming Jung (April 2007) - inzwischen vorübergehend im Zoo Antwerpen -, Maha Kumari (Mai 2007), Khin Yadanar Min (Juli 2009), Rajendra (April 2011) und Bindi (Juli 2012). Natürlich kommt es auch bei anderenen Gattungen ständig zu Tiergeburten, so mit Kungara im Juli 2012 als 23. im Kölner Zoo geborenes Jungtier bei den Netzgiraffen. Als drittes Großprojekt nach dem Elefantenpark und dem Regenwaldhaus ist im April 2010 das Hippodrom, eine neue Heimat für insbes. Flusspferde und Nilkrokodile, eröffnet worden. Insgesamt beherbergt der 20 ha große Kölner Zoo mehr als 10000 Tiere von ca. 780 Tierarten. .

Kölner "Erfindungen"

Der Name Köln ist mit 3 äußerst wichtigen Erfindungen verbunden:

  • mit der Erfindung des Otto-Motors (s. oben "Autostadt Köln"),
  • mit der Definition des Ohmschen Gesetzes, dem "Grundgesetz" der Elektrotechnik (s. unten) und
  • mit der Präsentation des ersten Radargerätes (Telemobiloskop) durch Christian Hülsmeyer 1904 an der Hohenzollernbrücke

Das neuzeitliche Köln ist aber auch bekannt durch zwei besondere - mit dem Stadtnamen verbundenen - Produkte. Weltbekannt ist das " Eau de Cologne (Kölnisch Wasser)" (s. unten). Und ein in Köln sehr geschätztes, aber auch bundesweit und darüberhinaus immer beliebter werdendes Produkt ist das "Kölsch", das einzige Bier, das - vergleichbar wie beim Sekt der Champagner - per EU-Recht auf die Herstellung in einer Region begrenzt ist. Kölsch ist eine helle klare obergärige Bier-Spezialität aus Köln und der näheren Umgebung. Serviert wird es in den typischen Kölschstangen (original in 0,2 l- Gläsern). Zur Zeit gibt es mehr als 20 alteingesessene Kölsch-Marken; den größten Ausstoß haben die Brauereien Reissdorf, eine Gruppe mit u. a. Gilden, Sion und Sester, Gaffel und Früh.

Eau de Cologne

Köln / Farina-Haus

Der Italiener Johann Maria Farina gründete 1709 die erste Parfümfabrik der Welt und nannte sein Duftwasser zu Ehren seiner Wahlheimat Eau de Cologne. Er machte damit Köln als Duftstadt im 18. Jhdt. weltberühmt. Von hier aus wird seit dem 18. Jhdt. das Parfüm de Luxe mit dem Markenname "Johann Maria Farina gegenüber (dem Jülich-Platz)" (= damals - als es noch keine Haus-Nummern gab - Adresse des Farinahauses) in die ganze Welt vertrieben (u. a. damals an alle Könige und Fürsten Europas). Farina ist auch heute noch ein Kölner Familienbetrieb. Das Farina-Haus (mit kleinem Duft-Museum) ist jetzt Nachbar des Wallraf-Richartz-Museum; gegenüber ist immer noch der G(J)ülich- Platz. Der Gründer zu seinem Produkt: "Ich habe einen Duft gefunden, der mich an einen italienischen Frühlingsmorgen erinnert."

Später stiegen auch andere Firmen in das lukrative Geschäft mit dem Kölnisch Wasser ein - unter anderem 1803 die Firma Mülhens, die ihr Kölnisch Wasser (mit anderem Duft) seit 1865 unter dem inzwischen renommierten Namen "4711" (nach ihrer damaligen Haus-Nr. in der Glockengasse) vertrieb, heute aber längst nicht mehr als eigenständige Firma existiert. Das 4711-Haus in der Glockengasse steht heute gegenüber dem Opernhaus. Das Kölnisch Wasser wurde zum Gattungsbegriff und zur Massenware. Nur Farina aber darf ihr Eau de Cologne "Original Kölnisch Wasser" nennen.

Das Ohmsche Gesetz

Im Jahre 1826 definierte Georg Simon Ohm am Dreikönigs-Gymnasium das elektrotechnische Ohmsche Gesetz. Legt man einen Widerstand R an eine Spannung U und bildet einen geschlossenen Stromkreis, so fließt durch den Widerstand R ein bestimmter Strom I.

Das Ohmsche Gesetz: U = I * R

Wichtige Geschichtsdaten zum neuzeitlichen modernen Köln

Frühe Neuzeit in Köln um 1500 - 1794

(In der frühen Neuzeit blieben in Köln die mittelalterlichen Strukturen zunächst weitgehendst erhalten, so dass Daten der frühen Neuzeit zum Teil auch dem Mittelalterlichen Köln zugeordnet werden können.)

  • 19.09.1475: Kaiser Friedrich III erhebt Köln mit dem Reichsstadtprivileg nun auch de jure zur Freien Reichsstadt ("des heiligen Reiches freie Stadt"); dieser Status bleibt bis zur Besetzung durch die Franzosen 1794 erhalten.
  • 1505 und 1512: Reichstage mit Kaiser Maximilian in Köln.
  • 1512/1513: Aufstand der Gaffeln gegen den Rat, Ergänzung des Verbundbriefes durch den Transfix-Brief.
  • Nach 1517 bleibt in Köln als einziger Reichsstadt und anders als z. B. in Nürnberg die Reformationsbewegung Martin Luthers ohne Wirkung; Köln bleibt katholisch.
  • 1531: Besuch des Kaisers Karl V (Kaiser 1530 - 1556).
  • 1553: Gründung der Kölner Börse.
  • Ab 1570: Auf Plänen erstmals Darstellung des Kölner Bauers (als Symbol für die städtische Freiheit) und der Kölner Jungfrau (als Symbol für die Treue zum Reich), heute Figuren des Dreigestirns im Kölner Karneval.
  • 1583 - 1588: Kölnischer (Truchsessischer) Krieg zwischen Truppen des zum Protestantentum gewechselten und deshalb abgesetzten Kölner Erzbischofs/Kurfürsten Gebhardt Truchsess von Waldburg mit den siegreichen katholischen bayerisch-spanischen Truppen seines Nachfolgers Ernst von Bayern. Hierbei kam es im Juli 1586 zu einem greulichen Gemetzel der spanischen Truppen gegen Privatleute im heutigen Stadtteil Köln-Junkerdorf. Der Sieg der katholischen Truppen verhinderte die Verwandlung von Kurköln in ein erbliches protestantisches Fürstentum. Der Nordwesten des Reiches blieb katholisch!
  • 1618: Grundsteinlegung für das letzte repräsentative Bauwerk im mittelalterlichen Köln, die Jesuitenkirche St. Maria Himmelfahrt (Weihe 1678).
  • 1618-1648: Köln bleibt im 30-jährigen Krieg neutral und wird auch nicht erobert. 1632 wird Köln im Zuge des Krieges von den Schweden bedroht (Besetzung des rrh. damals noch selbständigen Deutz).
  • 1686: Hinrichtung des Nikolaus Gülich (nach der letzten Rebellion gegen Misswirtschaft und Korruption im Kölner Rat).
  • Ende 17. u. 18. Jhdt.: Vorübergehender wirtschaftlicher Niedergang und Verfall der Reichsstadt.
  • 1709: Der Italiener Johann Maria Farina gründet in Köln die erste Parfümfabrik der Welt; damit beginnt die weltweite Verbreitung des "Kölnisch Wassers".
  • 1723-1761: Clemens August I von Bayern Erzbischof von Köln; er erbaut als Kurfürst von Kurköln u.a. die Brühler Schlösser Augustusburg und Falkenlust.
  • 1794: Französische Truppen besetzen Köln und beenden den Status Kölns als Freie Reichsstadt.
Köln zur Franzosenzeit 1794 - 1815
  • 1794: Französische Truppen besetzen Köln und beenden den Status Kölns als Freie Reichsstadt. Damit enden nun auch in Köln die mittelalterlichen Strukturen. Der Dom wird bis 1801 für profane Zwecke genutzt.
  • 1797: In Köln erhalten auch die Protestanten die Bürgerrechte.
  • 1798: Die Franzosen schließen die 1388 gegründete Kölner Universität.
  • 1801: Eingliederung des Rheinlandes und damit auch Kölns in den französischen Staatenverbund. Die Kölner werden französische Staatsbürger. Das Erzbistum Köln und das Kürfürstentum Köln werden aufgelöst (Kurfürstentum linksrheinisch 1801 und rechtsrheinisch 1803).
  • 1802: Säkularisation durch die Franzosen mit Aufhebung aller Klöster und Stifte. Der kirchliche Besitz fällt an den Staat und wird größtenteils an Bürger verkauft. Die Kloster- und Stiftskirchen (und damit 11 der heutigen 12 großen Romanischen Kirchen) werden in Pfarrkirchen umgewidmet; viele Kirchen werden geschlossen, viele abgerissen.
  • 1810: Einrichtung des Zentalfriedhofs Melaten auf dem Gelände des mittelalterlichen Leprosenasyls außerhalb des damaligen Stadtgebiets aufgrund Aufhebung der Bestattung der Toten in ihren Pfarrgebieten mittels Napoleons "Décret sur les sépultures" in 1804.
  • 1814: Ende der Franzosenherrschaft und Einmarsch der Preußen.
Preußisches Köln 1815 - 1918
  • 1815: Nach Auflösung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation (1806) wird Köln auf dem Wiener Kongreß ab 1815 dem Königreich Preußen (Rheinprovinz) zugeteilt, wird Festungsstadt und neben Berlin wichtigste Stadt Preußens sowie mit der neuen Bistumsorganisation für Preußen ab 1821 auch wieder Erzbistum (Ferdinand August erster neuer Erzbischof ab 1825).
  • 1816: Beginn des Aufbaus der preußischen Festungsringe (innerer Ring ab 1816, äußerer Ring ab 1873)
  • 1823: Der Kölner Karneval wird reformiert und erhält seine heutige Form u. a. mit der Gründung des Festordnenden Komitees - heute Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 - und erster Kölner Rosenmontagszug.
  • 04.09.1842: Grundsteinlegung für den Weiterbau des um 1530 unterbrochen Baus des Kölner Doms.
  • 1857: Gründung des Gürzenich-Orchesters, des heutigen Hausorchesters der Kölner Philharmonie und der Kölner Oper in der Musikstadt Köln.
  • 1859: Einweihung der Dombrücke, der ersten festen Rheinbrücke nach der Römerzeit, und des Central-Personenbahnhofs Köln.
  • 1861: Eröffnung des ältesten Museums Kölns, des Wallraf-Richartz-Museums.
  • 1862: Nicolaus Otto begann in Köln mit der Entwicklung eines Viertakt-Motors, eine für die Motorisierung der Welt bahnbrechende Erfindung.
  • 15.10.1880: Feierliche Einweihung des nunmehr fertiggestellten Kölner Doms durch den Kaiser Wilhelm I., als nationales Ereignis Deutschlands, fand in der Trinitaskirche statt.
  • 1883: Beginn der neuzeitlichen Stadterweiterungen (nach Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer 1881)
  • 1894: Einweihung des Kölner Hauptbahnhofes direkt neben dem Dom an der Stelle des mit der Dombrücke erstellten Zentral-Bahnhofes.
  • 1897: Einweihung eines eigenen Gebäudes für das Historische Archiv der Stadt Köln am Gereonskloster.
  • 1902: Eröffnung des ersten Kölner Opernhauses am Habsburger Ring.
  • 1909: Überführung des Luftschiffes LZ 5 (Z II) mit Graf Zeppelin, dem Pionier der Luftfahrt, nach Köln (mit einem Rundflug über Köln) in die Luftschiffhalle des Reichsluftschiffhafen Cöln-Bickendorf (in Nähe des späteren Flughafens Butzweilerhof) .
  • ab 1912: Aufbau der militärischen Fliegerstation Butzweilerhof, aus der ab 1926 der Kölner zivile Flughafen Butzweilerhof entstand. (Zum Jubiläum "80 Jahre Luftfahrt in Köln" landete 2006 ein historisches Flugboot auf dem Rhein.)
  • 1917-1933: Konrad Adenauer Oberbürgermeister von Köln.
Republikanisches Köln ab 1918
  • 1918: Nach Ende des 1. Weltkriegs gehört Köln zum Freistaat Preußen in der ersten deutschen Republik ("Weimarer Republik")
  • 1919: Die Kölner Universität wird nach der Schließung in der Franzosenzeit neu gegründet.
  • 1922: Gründung der Kölner Messegesellschaft.
  • 1925: Staatliche Anerkennung der Musikhochschule Köln, eine der größten und traditionsreichsten Musikhochschulen Europas.
  • 1928: Internationale Presse-Ausstellung Köln 1928 („Pressa“)
  • 1931: Der Autobauer Ford nimmt seine Produktion am Standort in Köln-Niehl auf.
  • 1932: Einweihung der ersten deutschen Autobahn, der "Kraftwagenstraße Köln - Bonn" (heute: BAB 555), durch den damaligen OB Konrad Adenauer.
  • 1933: Absetzung des OB Konrad Adenauer durch die Nazis.
  • Ab 1942 beginnen die flächendeckenden Bombenangriffe im 2. Weltkrieg auf Köln; Köln war zum Kriegsende fast völlig zerstört (die Innenstadt zu 90%).
  • 1948: 700-Jahrfeier der Grundsteinlegung des Kölner Doms.
  • 1949: Köln gehört zum Bundesland Nordrhein-Westfalen der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland.
  • 1950: 1900-Jahrfeier Kölns (Köln rechnet ab der Erhebung der römischen Siedlung 50 n. Chr. zur Colonia und nicht wie andere alte Städte ab der Gründung 19. v. Chr.).
  • 1956-1973: Theo Burauen erster SPD-Oberbürgermeister in Köln seit Gründung der Bundesrepublik.
  • 1957: Eröffnung des neuen Kölner Opernhauses am Offenbach-Platz.
  • 1957: Aufnahme des kommerziellen Flugbetrieb am vorher nur militärisch genutzten Flughafen Köln-Wahn.
  • 1962: Der 1. FC Köln wird zum ersten Mal Deutscher Fußball-Meister.
  • 1972: Der Kölner Dichter Heinrich Böll erhält den Literatur-Nobelpreis.
  • 1975: Gebietsreform mit dem Abschluss der 1883 begonnenen Stadterweiterungen.
  • 1975: Köln wird im Zuge der letzten Gebietsreform mit weiteren Eingemeindungen von umliegenden Gemeinden am 01.10.1975 vierte Millionenstadt Deutschlands. Mit der erfolgreichen Klage Wesselings gegen diese Eingemeindung nach Köln war jedoch der Status als Millionenstadt am 01.06.1976 vorübergehend wieder zu Ende (siehe 2010).
  • 1977: Der Kölner EC wird zum ersten Mal deutscher Eishockey-Meister.
  • 1986: Eröffnung der Kölner Philharmonie und des Museum Ludwig (anfangs noch zusammen mit dem dorthin verlegten Wallraf-Richartz-Museum).
  • 1988: Der Fernseh-Programmveranstalter RTL nimmt seinen Sendebetrieb in Köln auf; Köln wird zusammen mit dem WDR und den anderen Rundfunk-Veranstaltern zunehmend zur Medienmetropole ausgebaut.
  • 1999: "Kölner Juni-Gipfel 1999", das EU-Gipfel-Treffen des Europäischen Rates (03. - 04.06.1999) und danach der Weltwirtschaftsgipfel der Staats- und Regierungs-Chef der G 8-Staaten in Köln (18. - 20.06.1999) (u. a. mit Bill Clinton/USA, Boris Jelzin/Rußland und Gerhard Schröder/Deutschland).
  • 2001: Eröffnung des Neubaus für das Wallraf-Richartz-Museum.
  • 2005: XX. katholischer Weltjugendtag, der in Köln und im Rhein-Erft-Kreis, als ein Mega-Ereignis, wohl die bisher größte Veranstaltung in der Bundesrepublik überhaupt, statt fand.
  • 2006: Köln ist einer der Austragungsorte der Fußball-WM 2006.
  • 2009: Einsturz des Gebäudes des Historischen Archivs der Stadt Köln mit noch nicht übersehbaren Folgen für das umfangreiche Archivgut, dem "Gedächtnis der Stadt".
  • 2010: Köln wird im Mai 2010 nun auch nach der NRW-üblichen Zählweise mit nur den Erstwohnsitzen vierte Millionenstadt Deutschlands - und damit nun wohl endgültig - . Bereits im Dezember 1991 hatte Köln mit der hier üblichen Zählweise inklusive der Zweitwohnsitze die Million erreicht.
  • 2010: Eröffnung des Kulturzentrums am Neumarkt (mit dem neugestalteten Rautenstrauch-Joest-Museum und einer Erweiterung des Museum Schnütgen)

Einzelnachweise

  1. Artikel zur Ernennung zur Elite-Universität auf koeln.de (Abruf am 26.06.2012)

Weblinks

Kopie aus dem eigenen Internetauftritt "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt" des Verfassers, Themen-Seite: Neuzeitliches Köln (weitere Beiträge zum Thema "Kölner Geschichte" dort in den Themen-Seiten "Kölner Stadtgeschichte mit Kölns geschichtlichen Epochen", "Römisches Köln", "Mittelalterliches Köln", "Historische Persönlichkeiten der Kölner Stadtgeschichte", "Kölner Denkmäler" und "Kölner Bauwerke")